Options-Griechen erklärt: Delta, Theta, Vega & Gamma
Spätestens dann, wenn du beginnst, dich mit dem Handel von Optionsscheinen zu beschäftigen, wirst du Berührungspunkte mit den Options-Griechen haben. In dem Falle meist das sogenannte Delta und auch Omega.
Sie stehen auf den Infoseiten der Depotbanken oder auch auf Portalen zur Kursüberprüfung wie Finanzen.net, Ariva und Co. Diese Griechen werden synonym für Optionsscheine wie auch Optionen verwendet, um die es hier ausschließlich gehen wird.
Aber was konkret sagen sie aus? Das erklären die Seiten nicht direkt, sondern setzen das Wissen implizit voraus. Zusätzlich dazu wird ein Wert namens Hebel ausgegeben, der negativ mit dem Delta korreliert. Je niedriger das Delta, desto höher ist der Hebel – also das mögliche Kapital, das ich mit meinem Einsatz bewege. Man kann es mit einem Lottospiel vergleichen. Meine Gewinnhöhe ist tatsächlich, bezogen auf den getätigten Einsatz, am höchsten, je niedriger das Delta ist. Auf der anderen Seite der Medaille steht aber die Gewinnwahrscheinlichkeit. Diese sinkt zunehmend mit abnehmendem Delta. Und der Hebel steigt rapide an. Sodass man schlussendlich einen Lottoschein gekauft hat, der höchstwahrscheinlich niemals einen Gewinn abwirft.
Dieser Artikel soll dir eine klare Hilfestellung liefern, wie du die Options-Griechen, nicht nur das Delta, sondern auch Theta und Gamma, für dich einsetzen kannst, um profitabel zu handeln. Und das Ganze nicht als optionsmathematische Abhandlung, sondern als klarer Praxisguide.
Was sind Griechen überhaupt?
Aber was genau sind die Options-Griechen? Kurz zusammengefasst sind es Sensitivitätskennzahlen für äußere Einflüsse auf Optionsscheine wie auch Optionen. Und wie wir bereits in dem Artikel “Was ist eine Option wert?“ gelernt haben, beeinflussen derartige Kennzahlen das Wichtigste rund um unsere gehandelte Option – den Preis. Sowohl Delta und Vega als auch Theta und Gamma beziehen sich auf diese äußeren Umstände.
Soweit, so einfach. Allerdings sprechen wir hierbei nicht von einem starren System, das für die Laufzeit einer einzelnen Option feststeht, sondern von einem dynamischen Gebilde. Ähnlich wie sich der Preis des Basiswertes ständigen Veränderungen unterwirft, sind auch die Options-Griechen dynamisch, verändern sich praktisch sekündlich und beeinflussen sich dabei gegenseitig.
Es kann beispielsweise passieren, dass eine Aktie, die extrem volatil ist und somit ein hohes Vega aufweist, am Geld einen niedrigeren Delta-Wert als 50 hat. Normalerweise sollte diese exakt ein Delta von 50 aufweisen, tut es aber nicht, da durch die hohe Volatilität die Wahrscheinlichkeit immens ist, dass die Option direkt ins Geld läuft.
Das ist auch der Grund, warum Optionen als Königsklasse des Börsenhandels gelten. Das Preisumfeld ist grundsätzlich dynamisch und hier liegt die klare Abgrenzung zu den Futures, die zwar auch Derivate sind. Allerdings führt jede Preisbewegung des Basiswertes bei Futures zu einem vorhersehbaren Gewinn oder Verlust. Diese Eigenschaft haben Optionen nicht — ihr Preis ist dadurch in gewissem Maße weniger vorhersehbar als der eines Futures.
Delta
Aber nun genug von einfachen Allgemeinsätzen. Kommen wir direkt zum wahrscheinlich wichtigsten aller Options-Griechen — dem Delta. Das Delta drückt aus, wie stark die Option im Verhältnis zum Basiswert preislich korreliert. Ein Delta von 80 führt in der Sekunde der Betrachtung dazu, dass die Option bei Änderung des Basiswerts um einen Euro um genau 80 Cent bewegt wird — und das in beide Richtungen. Somit kann man sagen, dass das Delta wie das Drehmoment eines Motors agiert. Je höher das Drehmoment, desto höher die Kraftübertragung über die Straße. Ich nutze hier in den Ausführungen die ganzzahlige Ausdrucksweise aus Vereinfachungsgründen. Richtiger ist tatsächlich die Aussage, dass das Delta bei Call-Optionen maximal 1 sein kann, bei Put-Optionen mit negativem Vorzeichen. Je nach Broker kann allerdings die von mir genutzte Vereinfachung gezeigt werden: eine Anzeige von 0% bis 100% oder eben von 0,00 bis 1,00.
Das Delta als solches ist aber kein qualitatives Kriterium, nach dem man die Güte der Strategie beurteilen kann, sondern muss man dies im Kontext des gewünschten Ziels betrachten. Ein niedriges Delta kann durchaus zu der Strategie passen oder auch nicht. Als Stillhalter kannst du anhand des Deltas abgleichen, ob der Risikoappetit zur gewählten Option passt — und ab welcher Kursbewegung deine persönliche Verlustgrenze gerissen werden könnte. Und hier sage ich bewusst “könnte“, da wir uns an die Einführung zurückerinnern. Alle Options-Griechen sind preisdynamisch und können sich rapide ändern.
Darüber hinaus lässt sich das Delta nutzen, um abschätzen zu können, ob eine Option bei Laufzeitende im Geld sein wird und somit eine Ausübung der Option stattfinden wird. Eine Option mit einem Delta von 80 hat eine 80-prozentige Wahrscheinlichkeit, bei Laufzeitende im Geld zu sein. Darüber hinaus lässt sich auch die sogenannte Profitability of Touch (POT) vom Delta ableiten. Also die Wahrscheinlichkeit, ob die Option während der Laufzeit im Geld handeln wird. Der POT ist dabei der doppelte Delta-Wert. Bei dem 80er-Delta liegt der doppelte Wert über 100% – ein zwischenzeitlicher Handel im Geld ist also nahezu sicher. Aber wann immer wir über Wahrscheinlichkeiten reden, handelt es sich niemals um feststehende Gesetze.
Und zu guter Letzt lassen sich anhand des Deltas auch die Standardabweichungen definieren. Für Aktienoptionen liegt die erste Standardabweichung bei einem Delta von ca. 16. Jetzt wirst du wahrscheinlich einwerfen wollen, dass die erste Standardabweichung bei 68,2% liegt und nicht bei einer Wahrscheinlichkeit von 16. Das ist völlig richtig. Allerdings kann der Aktienkurs steigen und fallen. Und daher werden das Delta 16 des Puts und des Calls gleicher Laufzeit aufaddiert. Es wäre also ein Fehler anzunehmen, dass ein Delta 32 die erste Standardabweichung darstellt. Und dies bezieht sich ausdrücklich auf Aktienoptionen. Futureoptionen weisen jeweils individuell pro Future unterschiedliche Standardabweichungen auf.
Theta
Kommen wir nun zum Theta. Das Theta als Kennzahl ist ein relativ leicht zu verstehender Options-Grieche. Und es ist der Lieblingsgrieche jeden Stillhalters. Es drückt den Zeitwertverfall pro Tag aus. Also den wertmäßigen Betrag, den die Option an Zeitwert verliert. Ein Theta von 0,1 sagt somit aus, dass die Option heute 10 Cent verliert. Das klingt erstmal wenig. Wir müssen hier aber auch wiederum den Kontraktwert berücksichtigen. Bei Aktienoptionen erinnern wir uns, dass der Multiplikator 100 ist. Somit beträgt der Zeitwertverlust genau 10 Dollar. Das klingt dann schon etwas mehr. Aber nun erinnern wir uns zurück. Kein Grieche bleibt starr und unverändert, oder? Das stimmt, allerdings kennt das Theta nur eine Richtung: Ansteigen! Das Theta steigt sukzessive zum Laufzeitende jeder Option an – quasi ein Naturgesetz. Dennoch kann man nicht planen, am Folgetag 10 Dollar Zeitwertgewinn gemacht zu haben, wenn man als Stillhalter agiert oder gar 10 Dollar Zeitwertverlust als Optionskäufer. Sie werden aber durch die dynamische Entwicklung der anderen Griechen überlagert. Wenn der Kurs sich bewegt, verändert sich unter anderem auch das Delta und beeinflusst wiederum den Preis.
Somit lässt sich aber festhalten, dass man das Theta derart lesen kann, dass der Zeitwert von 10 Dollar abgetragen wird, wenn sich nichts weiter verändert – der Kurs einfach stillsteht.
Wie bereits beschrieben, steigt das Theta, also der beitragsmäßige Verfall, sukzessive an. Nicht linear, er beschleunigt sich besonders in den letzten zwei bis drei Wochen der Laufzeit. Der Verfall kann in Einzelfällen exponentielle Kurven annehmen.
Als Stillhalter könnte man nun also auf die Idee kommen, die Optionen mit dem absolut höchsten Theta zu verkaufen. Klingt verlockend, oder? Theoretisch ja, wären da nicht die anderen Options-Griechen wie Delta und Gamma. Als kleiner Vorgriff: Hohes Theta bei gleichzeitig hohem Gamma bedeutet, dass schon kleinste Kursbewegungen den Zeitwertgewinn durch gammabedingte Kursverluste zunichtemachen können.
Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Theta wirklich Spaß macht. Ich erinnere mich tatsächlich noch an meinen ersten gehandelten Short Put. Dies war auf den Energie-ETF XLE. Die Position drehte zunächst in meine Richtung, sodass ich einen Gewinn hatte. Nach ein paar Tagen fiel der Kurs aber moderat. Ich war etwas im Verlust, aber immer noch innerhalb der von mir definierten Grenzen. Als XLE wieder nach oben tendierte und die Kursniveaus vom Beginn des Trades anlief, war ich im Gewinn und hatte meinen Take Profit erreicht. Ich war im Gewinn und hatte Take Profit erreicht. Und das alles nur, weil die Option über ein paar Tage Zeitwert verloren hatte. Die Option war also bei gleichem Kurswert des ETFs im Zeitablauf weniger wert als noch wenige Tage zuvor.
Modellwerte (vereinfacht, IV 20%). Theta = täglicher Zeitwertverlust in €. Alle Werte gerundet.
Im obenstehenden interaktiven Schaubild siehst du exemplarisch den Zeitwertverfall von ATM- und OTM-Optionen im Zeitablauf. Wie wir bereits im Artikel “Was ist eine Option wert?“ beleuchtet haben, weisen ATM-Optionen am meisten Zeitwert auf, da sie die höchste Wahrscheinlichkeit haben, zukünftig ITM handeln zu können. Dieser Zeitwert muss bis zum Laufzeitende abgebaut werden. Somit ist dieser Verlauf wesentlich steiler als bei einer OTM-Option, die in sich weniger Zeitwert hat, der dann auch nur mehr oder weniger linear zum Laufzeitende abgebaut wird. Aber beachte hier unbedingt, dass dies nur ein Beispiel ist. Der Zeitwert unterliegt, durch die Kursdynamik ausgelöst, auch Schwankungen und ist keine Planungsgröße.
Vega
Ist Theta der wichtigste Options-Grieche für Stillhalter? Vielleicht, vielleicht ist es auch das Vega. Das Vega ist der Volatilitäts-Grieche. Dieser gibt die Wertveränderung einer Option bei einer einprozentigen Änderung der impliziten Volatilität der jeweiligen Option an. Das ist eine wichtige Einschränkung. Die Volatilität jeder Option wird individuell ermittelt und lässt sich nicht immer direkt am VIX-Index ableiten, der die Volatilität des S&P 500-Index misst. Somit kann dieses Vega sich bei Optionen gleicher Laufzeit und identischem Basiswert massiv unterscheiden.
Grundsätzlich ist das Vega betragsmäßig bei ATM am größten. Weit aus dem Geld liegende Optionen weisen zwar einen niedrigeren absoluten Vega-Wert auf, weisen aber eine überproportional hohe prozentuale Reaktion auf IV-Anstiege. Und hierin liegt das besondere Risiko als Stillhalter, auf das ich im Eingangssatz hinweisen wollte. Je weiter ich Optionen aus dem Geld verkaufe, desto höher ist mein persönliches Risiko, dass diese Optionen sich im Falle eines Volatilitätsspikes um mehr als 100% verteuern können.
Das ist insbesondere der Grund, weshalb es möglich ist, mit sogenannten Teenie-Optionen Absicherungen für wenig Geld zu kaufen. Der Begriff Teenie rührt daher, dass die Optionen mit sehr niedrigen Basispreisen gekauft werden. Diese sind betragsmäßig auch bei langen Laufzeiten extrem günstig und bieten ein größeres Absicherungspotenzial, wenn der Markt richtig zusammenbricht.
So sind derartige Optionen im Corona-Crash im Wert förmlich explodiert und erzielten Gewinne von mehreren Tausend Prozent. Nachdem der Markt dann den Boden gefunden hatte, brach die implizite Volatilität der Optionen zusammen - und das, obwohl der VIX gleichzeitig noch verhältnismäßig hoch war. Und das ist gleichzeitig auch das Problem dieser Art von Hedges. Wenn sie aufgehen, ist es nicht mal der halbe Weg. Man muss den Ausstieg finden, bevor die Optionspreise wieder kollabieren.
Kommen wir zurück zu dem Problem, dem wir uns als Stillhalter konfrontiert sehen. Als solche gehen wir immer sogenannte Short-Vega-Trades ein. Wir profitieren von zurückgehender Volatilität. Steigt sie aber, stehen unsere Positionen unter Druck. Und wenn ich mehrere Trades gleichzeitig als Stillhalter eingegangen bin, kann ein grundsätzlicher, marktbreiter Volatilitätsanstieg mein Depot deutlich unter Druck setzen und meine scheinbar diversifizierten Positionen verhalten sich wie eine einzige.
Exkurs Gamma
Als kleiner Einblick sprechen wir über das Gamma. Das Gamma ist, anders als die bereits beleuchteten Options-Griechen, ein Derivat eines Griechen. Ein sekundärer Grieche sozusagen. Das Gamma ist nichts anderes als die Veränderungsrate des Deltas.
Das Gamma nimmt sukzessive zu, je näher die Option ans Geld kommt. In der Folge steigt das Delta immer schneller und fast exponentiell an. Sobald sich die Optionen im Geld befinden, wird der Verlauf allerdings linearer.
Für uns als Stillhalter birgt ein hohes Gamma das Risiko, dass Positionen durch kleine Kursveränderungen des Basiswertes schnell drehen können. Dieser Effekt verstärkt sich insbesondere bei Optionen am Geld zum Ende der Laufzeit.
Daher gilt:
“Besser keine ATM-Optionen in der letzten Handelswoche einer Option halten.”
Die Options-Griechen im Zusammenspiel
Wir haben jetzt die wichtigsten Options-Griechen kennengelernt. Jeder birgt eigene Herausforderungen mit Chancen und Risiken je nach Betrachtungsweise. Und alle haben eins gemeinsam – Unstetigkeit. Die Werte deines Brokers sind Momentaufnahmen und sind in der nächsten Sekunde schon anders.
Jede Option hat alle Options-Griechen zur gleichen Zeit. Dennoch bestehen Möglichkeiten, wie ich Griechen, zumindest kurzfristig, egalisiere.
Schauen wir uns hierzu einen Iron Condor an. Dieser besteht beispielhaft aus den folgenden Komponenten:
- einem Long Put bei 100$
- einem Short Put bei 110$
- einem Short Call bei 130$
- einen Long Call bei 140$
Der aktuelle Kurs beträgt in diesem Beispiel 120$. Die Put-Positionen haben negatives Delta, die Call-Positionen positives. Die Position hat insgesamt negatives Gamma, positives Theta sowie negatives Vega. Eine klassische Stillhalterposition. Und was ist mit dem Delta? Wir haben es durch den Aufbau neutralisiert - es ist 0. Die Puts und Calls haben jeweils den gleichen Abstand zum Basiskurs und die gekauften Long-Optionen haben den identischen Strike-Abstand. Aber dieser Trade ist nicht risikofrei. Das Risiko liegt hier immer noch im Short Gamma und Vega. Das heißt, dass die Delta-Neutralität durch Kursbewegungen jeder Art aufgehoben wird. Steigt die Volatilität, wird die Position auch negativ beeinflusst.
Der Nutzen der Options-Griechen tritt oft erst dann zutage, wenn es zu spät ist. Nämlich, wenn das Depot unter Wasser ist und man sich dann klar wird, welcher Options-Grieche an dem Dilemma Schuld war. Mir persönlich ist dies am Anfang auch direkt passiert, als ich drei Short Puts auf Aktien gleichzeitig offen hielt. Und das bei einem relativ kleinen Depot zu der Zeit. Der Aktienmarkt durchlebte eine kleinere Korrektur, die eigentlich nicht der Rede wert war. Allerdings stieg das Absicherungspotenzial im Markt, und die implizite Volatilität jedes einzelnen meiner OTM Short Puts stieg an und sorgte für immense Verluste. Vega war hier schuld.
| Greek | Was misst er? | Wertebereich | Am höchsten bei | Stillhalter-Relevanz |
|---|---|---|---|---|
| Delta | Kursveränderung des Underlyings → Wertveränderung der Option | 0 bis +1 (Call) 0 bis −1 (Put) |
Tief ITM Delta ~1,0 |
Richtungsrisiko
Strike-Auswahl, Wahrscheinlichkeit ITM
|
| Theta | Täglicher Zeitwertverlust der Option in € | Immer negativ (für Käufer) |
ATM, kurze Laufzeit Letzte 21 DTE |
Kerneinnahme
Positiv für Short-Positionen
|
| Vega | Wertveränderung bei +1% impliziter Volatilität | Immer positiv (für Käufer) |
ATM, lange Laufzeit Far OTM bei Crash |
Volatilitätsrisiko
Short Vola = Depotdruck bei IV-Anstieg
|
| Gamma | Veränderungsrate von Delta – wie schnell Delta wächst | Immer positiv (für Käufer) |
ATM, naher Verfall Letzte 7 DTE |
Beschleunigungsrisiko
Short Gamma = Verluste wachsen überproportional
|
Wie nutze ich die Options-Griechen heute?
Tatsächlich bieten mir die Options-Griechen eine gute Absprungbasis vor jedem Trade. Aber nicht derart, dass ich mir jeden einzelnen Wert vor dem Trade untereinander vergleiche und eine akademische Abhandlung über das Für und Wider jeder einzelnen Option schreibe. Ich lasse mir von meinem Broker tatsächlich Delta und Theta in der Optionskette anzeigen, um zu sehen, wie reaktiv (Delta) die Option auf Kursbewegungen reagiert und was ich damit circa an Gewinn pro Tag zu erwarten habe (Theta).
Interactive Brokers liefert in der Handelsplattform tatsächlich einen aggregierten Dollarwert für das Gesamtvega-Risiko. Und zusätzlich dazu nutze ich den sogenannten Risk-Navigator innerhalb dieser Software immer dann, wenn ich Absicherungen einsetze. Dort prüfe ich, ob der Absicherungsbetrag das Portfolio in Bezug auf das Portfolio-Delta mindestens abdeckt oder übersteigt.
Gamma selbst habe ich in seiner Wirkung zwar im Hinterkopf, aber ich tracke diesen Griechen nicht aktiv.
FAQ
Kann ich mich auf einen isolierten Options-Griechen fokussieren?
Grundsätzlich ist ein Fokus möglich. Beispielsweise das Delta als Maß für den Tradeeinstieg. Dennoch sind die Griechen selbst dynamisch und beeinflussen sich gegenseitig. Daher hilft es, einen Überblick über alle zu bekommen.
Welchen Vorteil bieten weit aus dem Geld liegende Optionen für Hedges?
Weit aus dem Geld liegende Optionen haben ein hohes relatives Vega und profitieren exponentiell von stark ansteigender Volatilität. Dadurch sind enorme Gewinne im Verhältnis zum Einstieg möglich.
Bleiben die Options-Griechen für den Zeitraum des Trades statisch?
Nein, du kannst zu Tradebeginn beispielsweise einen delta-neutralen Trade herstellen. Mit jeder Kursbewegung ändert sich aber die innere "Komposition" und du müsstest die Optionen fortwährend neu handeln, um die Delta-Neutralität zu wahren. Dies gilt auch für sämtliche anderen Eliminierungen.
Fazit
Kann man allein mit den Options-Griechen, ob im Zusammenspiel oder isoliert, profitabel handeln? Sicherlich nicht. Die Options-Griechen bieten Hilfestellung und Rat, was für eine Position man möglicherweise eingeht und wie sie sich dann fortan entwickelt. Griechen sind dynamisch und dennoch aussagefähig. Anomalien wie besonders hohes Vega können Aufmerksamkeit erzeugen.
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Gelernter Bankkaufmann, geprüfter Bankfachwirt (IHK) und seit 2018 aktiver Optionshändler. Torben teilt auf OptionsWerk seine Strategien, Trades und Learnings – ohne Kurs, ohne Paywall.
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