Covered Call erklärt – Strategie, Beispiele & Risiken
Meine ersten Covered Calls habe ich ganz nebenbei geschrieben, ohne vorher geplant zu haben, es zu tun. Ich war in Dividendenaristokraten investiert, darunter HP Inc. und AT&T. Beides sind verlässliche Dividendenzahler mit einer hohen relativen Dividendenrendite. So entstand die Idee, die Rendite durch das Schreiben eines zusätzlichen Calls oberhalb des Kurses weiter zu steigern.
Ähnlich unvorbereitet wie ich an das eigentliche Schreiben der Call-Optionen herangegangen bin, war ich beim Ergebnis. Ich kann gar nicht mehr genau sagen, bei welchem der beiden Titel mir das passiert ist. Jedenfalls stieg der Kurs um ein paar Dollar und meine Option war im Geld. Ich wollte doch die Aktie aber nicht abgeben, sondern nur eine bessere Rendite als allein mit der Dividende.
Mein Learning daraus war, dass das eigentliche Eingehen der Position recht einfach ist, die Auswahl des Strikes hingegen nicht. Noch dazu machen es Titel unter 25$ wie die beiden Genannten nicht gerade einfach, nach Gebühren noch auskömmliche Prämien einzufahren, jedenfalls nicht bei einem Gebührensatz von 3,5$ pro Trade.
In diesem Artikel möchte ich dir die grundsätzliche Strategie des Covered Calls näherbringen und dich mit Techniken und Mechaniken vertraut machen, wie man Calls und den Basiswert auswählen kann. Solltest du dich noch grundsätzlich mit Optionen vertraut machen wollen, empfehle ich dir meinen Grundlagenartikel „Was ist eine Option?“
Was ist ein Covered Call?
Aber was genau ist jetzt der Covered Call? Es ist keine reine Optionsstrategie, sondern kombiniert den Besitz von 100 Aktien mit einem Short Call. Dieser Short Call wird in der Regel oberhalb des aktuellen Basiswertkurses gewählt. Langfristige Strategien verfolgen auch gegenteilige Annahmen und schreiben den Call weit im Geld als Absicherung für Kursrückgänge. Dazu werden wir uns im Verlauf des Artikels ein Beispiel anschauen. Der Begriff “Covered” rührt daher, dass wir den Short Call nicht nackt schreiben, was implizit unbegrenztes Risiko auf der Oberseite bedeutet hätte – der Aktienbestand sichert uns gegen die Andienung der Option ab. Wir liefern in dem Falle 100 Aktien.
Der Gewinn ist somit auf der Oberseite begrenzt, da der Short Call sich als Gegenschäft zu den 100 Aktien verhält.
Und somit sind wir auch schon bei einem Nachteil der Strategie angekommen. Damit wir den Covered Call sauber umsetzen können, benötigen wir mindestens 100 Aktien im Bestand oder ein Vielfaches davon. Die Optionen haben immer den Kontraktgegenwert von 100 Aktien, sodass Fragmente wie 25 oder 50 Stücke unmöglich sind. Gerade bei kapitalintensiven Titeln wie Apple, Amazon und Co. kann das ein Ausschlusskriterium sein, wenn wir über kleinere Konten sprechen. Demgegenüber steht der Vorteil, dass der Short Call margintechnisch praktisch nicht ins Gewicht fällt, da wir die Aktien halten. Vereinfacht lässt sich somit sagen, dass wir lediglich die Marginanforderungen für die Aktien bereithalten müssen – nichts Zusätzliches für das Optionsgeschäft.
Dies ist vor allem im Risiko des Geschäfts begründet. Unser Hauptrisiko ist der Totalverlust der Aktie. Diese kann auf 0 fallen. Die erhaltene Prämie kompensiert zwar etwas, aber im Verhältnis zum Totalverlust dann doch wenig. Das Risikoprofil ist also identisch mit dem eines Short Puts.
Mechanik
Nun möchte ich dir veranschaulichen, wie du einen Covered Call eingehst. Wir gehen zunächst davon aus, dass du bereits 100 Aktien im Bestand hältst. Nehmen wir an, es ist Apple Inc. Am gestrigen Handelstag wurde AAPL bei rund 300$ gehandelt. Nun suchst du dir einen beliebigen Call in einer beliebigen Laufzeit oberhalb dieser 300$ aus und handelst die Option Sell to Open – du handelst also den Geldkurs des Calls.
Nach Ausführung der Order erhältst du sofort die Prämie. Sie steht dir unabhängig vom weiteren Tradeausgang vollständig zu.
Aber wie geht es weiter? Das liegt ganz klar an der Entwicklung der Aktie selbst. Gehen wir zunächst davon aus, dass der Kurs die ganze Laufzeit der Option unterhalb des Strikes verweilt. Glückwunsch! Du kannst die Prämie verbuchen und die Aktien weiter im Bestand halten. Du kannst von vorne beginnen und in einer neuen Laufzeit einen weiteren Call schreiben und wieder Prämien und vielleicht zwischenzeitlich Dividenden kassieren. Aber was passiert, wenn die Aktien steigen und sich zum Ende der Optionslaufzeit über dem Strike befinden? Auch hier kannst du dich beglückwünschen. Du hast den Maximalgewinn eingefahren. Du verbuchst einen Kursgewinn bis zum Strikepreis sowie die Optionsprämien selbst. Allerdings musst du den gesamten Aktienbestand abgeben – dein Broker bucht sie automatisch aus.
Aber was passiert, wenn die Apple-Aktien stark gefallen sind? Nehmen wir einfach mal 10% Kursverlust an. Auch hier behältst du den kompletten Aktienbestand und die Optionsprämie. Dennoch hast du ein anderes Problem. Dein Aktienbestand weist einen wesentlich höheren Verlust auf als die Prämie, die du erhalten hast. Und das ist exakt das Risiko der Strategie – die Schwäche des Basiswertes.
Aber wie finde ich entsprechende Strikes für meinen Call? Bei Bestandspositionen kann es helfen, vorherige und naheliegende Hochpunkte zu suchen, die als Widerstand fungieren können. Der Call sollte dann knapp darüber gewählt werden, um die Wahrscheinlichkeit der Andienung zu minimieren. Es ist aber gerade bei Aktien mit geringen Kurswerten kleiner als 50$ zu schauen, ob der Trade nach Gebühren wirtschaftlich ist. So macht es sicherlich wenig Sinn, 10$ Prämieneinnahme netto zu generieren, wenn du 3,50$ Gebühren verursachst. Besonders profitabel kann es sein, zu warten, bis die Aktien überkauft sind. Wenn der Indikator Relative Stärke Index einen überkauften Zustand anzeigt, kann es der Auslöser sein, einen nahegelegenen Call zu suchen. Die Laufzeit sollte dann relativ kurzfristig zwischen 30 und 45 Tagen gewählt werden. Diese Laufzeit ist ein Kompromiss zwischen relativer Kurzfristigkeit und einer guten Prämie.
Eine andere, fortgeschrittene Strategie kann es sein, eine Aktie zu suchen, die im Begriff ist, eine größere Bewegung zu machen. Bei dieser Strategie hast du diese Aktie aber noch nicht im Bestand. Du hast also die vielversprechende Aktie ausgemacht und hast beispielsweise ein Aufwärtspotenzial von 5% prognostiziert. Du kaufst nun die Aktie direkt und verkaufst sofort den Call mit einem Strike-Preis 5% oberhalb des Kaufpreises. Auch hier wählst du die Laufzeit zwischen 30 und 45 Tagen. Auch hier, um eine entsprechende Prämieneinnahme zu gewährleisten und der Aktie genug zeitlichen Raum einzuräumen, die Bewegung zu realisieren. Du zielst also auf den Kursgewinn von 5% ab und hast durch die Prämie eine zusätzliche Einnahme durch die Optionsprämie. Eine mögliche Dividende ist hier nebensächlich – die reine, moderate Kursbewegung steht im Vordergrund. Und moderat ist hier auch das Zauberwort. Wenn die Aktie um 10%, 20% oder mehr explodiert, wäre die Strategie nicht optimal. Ein reiner Aktienkauf würde mehr Gewinnpotenzial freisetzen.
Quelle: Barchart.com, Stand 15.05.2026
Optionskette der Apple Inc. für die Laufzeit 18.06.2026 mit ATM-Optionen. Kurs Apple Inc: 300,23$
Kommen wir nun zu einem konkreten Beispiel. Wir schauen uns hierzu die Optionskette mit Verfallsdatum des 18.06.2026 an. Dies entspricht beim Verfassen des Artikels 33 Tagen Restlaufzeit. Es ist der monatliche Standardverfall am dritten Freitag des Monats. Aber nach welchen Gesichtspunkten wählen wir jetzt einen Call aus? Wenn wir uns den Verlauf der Apple-Aktie ansehen, wird schnell klar, dass wir uns an keinen vergangenen Widerständen orientieren können – die Aktie notiert am Allzeithoch. Somit müssen wir prüfen, ob die zweite Variante eine Möglichkeit darstellen könnte. Also dem Verkauf einer nahe am Geld liegenden Option, sofern die Aktie selbst überverkauft ist. Mittels des Indikators Relative Stärke Index können wir feststellen, dass dieser weit im überkauften Bereich ist. Noch dazu weist der Chart auf eine gewisse Schwäche im Momentum hin. Wir entschließen uns also, einen 315$ Call mit den erwähnten 33 Tagen Restlaufzeit zu verkaufen. 315$ gibt uns noch etwas Raum für mögliche Fehler und eine Chance, beim weiteren Anstiegen der Apple-Aktie weitere rund 1.500$ Aktiengewinn zusätzlich zur Prämie einzustreichen, da Apple per 15.05.2026 bei rund 300$ notiert. Für den verkauften Call erhalten wir vor Gebühren 3,35$. Das entspricht, multipliziert mit dem Kontraktwert von 100, 335$. Diese dürfen wir in jedem Falle behalten, unabhängig davon, wie sich die Aktie entwickelt. Steigt diese tatsächlich auf 315$ oder höher, streichen wir einen Gewinn von rund 1.835$ ein (1.500$ Aktiengewinn und 335$ Optionsprämie).
Payoff-Diagramm eines Covered Calls
Warum funktioniert es?
Wir haben jetzt gelernt, wie man einen Covered Call schreibt und welche Methodiken du anwenden kannst, um geeignete Titel zu finden. Aber wieso funktioniert die Strategie grundsätzlich und ist derart beliebt, dass es sogar ETFs gibt (US-Ticker: IVVW), die diese Strategie mechanisch immer wieder umsetzen? Ganz einfach: Wie wir bereits in “Was ist eine Option wert?” gelernt haben, besteht eine Call-Option, wenn sie aus dem Geld verkauft wird, lediglich aus Zeitwert. Dieser wird sukzessive bis zum Ende der Optionslaufzeit abgebaut. Noch dazu nimmt der Zeitwertverfall in den letzten 30 Tagen vor Verfall zu und beschleunigt sich nach und nach. Somit haben wir einen gewissen Sweet Spot bei den Laufzeiten.
Außerdem wissen wir bereits, dass die implizite Volatilität den Optionspreis wesentlich beeinflusst. Je höher der Absicherungsbedarf ist, desto höher ist auch die implizite Volatilität. Und folgerichtig auch der Optionspreis. Aber wir befinden uns bei den Calls im Bereich steigender Kurserwartungen. Wer möchte sich ernsthaft gegen steigende Kurse absichern? Daran dürfte bei Aktien niemand Interesse haben, oder? Grundsätzlich stimmt es, dass der Absicherungsbedarf bei fallenden Kursen besteht. So versuchen Versicherungen, Rentenanstalten etc. ihre Portfolios gegen Wertverfall abzusichern. Also haben wir dieses Phänomen auf der Call-Seite nicht? Doch, aber aus anderen Gründen. Gerade Apple ist hier ein gutes Beispiel. Apple befindet sich derzeit am Allzeithoch. Hierbei steigt der Absicherungsbedarf aus anderen Gründen an. So werden viele Calls gekauft, um auf weitere steigende Kurse zu spekulieren. Außerdem nutzen Market-Maker nahe am Geld liegende Call-Optionen, um ihr Risiko zu neutralisieren. Und zu guter Letzt kumuliert dieses Phänomen bei Hochmomentum-Aktien so sehr, dass mehr Absicherungen auf der Oberseite gekauft werden als auf der Unterseite. Allein dadurch, dass mehr “Angst” besteht, potenzielle Kursgewinne zu verpassen, als Kursverluste.
Somit lässt sich zusammenfassen, dass in jedem Falle der Zeitwertverfall für uns arbeitet, besonders zum Ende des Optionslebens. Befinden wir uns dann noch an einem Allzeithoch oder handelt es sich um eine Hochmomentum-Aktie wie in der Vergangenheit Nvidia oder Palantir, kommt noch eine höhere implizite Volatilität hinzu, die den Optionspreis zusätzlich verteuert. Genau das, was wir als Verkäufer von Optionen möchten.
Strike & Laufzeit
Die Auswahl der Call-Option, die wir verkaufen wollen, haben wir ja bereits am Beispiel Apple veranschaulicht. Aber wie kann man eine generelle Regel daraus ableiten?
Grundsätzlich sollte die Option bereits aus dem Geld sein – nicht direkt am Geld. Das ermöglicht es, zusätzlich zu der Optionsprämie noch weitere Kursgewinne im Basiswert zu erzielen. Als grobe Orientierung kann dort, wie gesagt, ein bestehender Widerstand im Kurschart dienen, sofern vorhanden. Der Strike wird etwas darüber gewählt. Alternativ lässt sich auch die Methodik anwenden, die wir am konkreten Beispiel der Apple-Aktie angewandt haben. Konkrete frühere Widerstände gibt es am Allzeithoch nicht. Dennoch ist die Aktie überkauft und wir können Strikes suchen, die uns entgegenkommen und somit den größten subjektiven Nutzen bieten.
Dies ist nämlich das Wichtigste daran – und das bei beiden Varianten. Bin ich bereit die Aktie zum gewählten Strike abzugeben? Falls nicht, muss ich einen weiter entfernten Strike suchen und muss im nächsten Schritt prüfen, ob die dann erzielte Prämie mir noch ausreicht. Als Faustformel kann ein Delta zwischen 20 und 30 einen guten Mittelweg abbilden. Das Thema Delta werden wir im nächsten Grundlagenartikel über die Griechen im Detail besprechen.
Die Laufzeit sollte zwischen 30 und 45 Tagen gewählt werden. Dies garantiert eine gewisse Balance zwischen erhaltener Prämie, sich beschleunigendem Zeitwertverfall und gewisser Planungssicherheit über die nahe Zukunft. So können wir vorab abschätzen, wann Quartalszahlen veröffentlicht werden, Dividenden gezahlt werden oder sonstige wichtige Termine stattfinden.In meiner Einleitung hatte ich erwähnt, dass ich anfangs Covered Calls auf Dividendenaristokraten geschrieben habe. Bereits in dem Grundlagenartikel “Was ist eine Option?“ haben wir den Unterschied zwischen amerikanischen und europäischen Optionen behandelt. Beim Covered Call beziehen wir uns immer auf Aktien oder ETFs und handeln somit Optionen amerikanischer Art. Der Käufer der Option kann vom Verkäufer, also dem Schreiber eines Covered Calls, die sofortige Ausführung auch vor Ende der Optionslaufzeit verlangen. Aber welchen Grund hätte er in Bezug auf Dividenaristokraten oder andere dividendenzahlende Aktien, die eine Dividende zahlen? Schlichtweg die Dividende selbst! Vereinfacht gesagt kann es sein, dass der Käufer die Option ausübt, wenn er weniger Prämie für die Option gezahlt hat, als er an Dividende und Kursgewinn bis zum Strikepreis erwarten kann. Deshalb kann es ratsam sein, vorab den Dividendenplan zu studieren, um keine böse Überraschung zu erleben. Entweder werden in dem Moment keine Optionen geschrieben, die nahe am Stichtag zur Dividendenzahlung liegen, oder man schreibt bewusst längere Laufzeiten als die 30 bis 45 Tage.
Grundsätzlich ist aber das Risiko des sogenannten Early Assignments je höher, je näher ich mich am Geld befinde.
Risiken
Wir haben die Strategie nun umfassend besprochen. Wo bestehen die grundsätzlichen Risiken der Strategie? Sie ist ja, wie der Name bereits verspricht, covered, also gedeckt.Kommen wir zunächst zu den subjektiven Risiken. Am wenigsten problematisch ist tatsächlich die Andienung der Aktien an den Käufer der Option – egal ob frühzeitig oder am Ende der Optionslaufzeit. Subjektiv deshalb, weil es kein richtiges Risiko ist. Der Aktienbestand deckt das Andienungsrisiko durch die verkaufte Option. Dennoch kann es schmerzhaft sein, die Aktien abgeben zu müssen. Genau dies ist mir ja mit HP und AT&T passiert. Ich wollte Prämien und Dividenden einstreichen. Und nicht die Prämien und den Aktienbestand sofort abgeben müssen. Daher muss man sich auf diese Eventualität von Beginn an einstellen.
Daneben gibt es noch das Opportunitätsrisiko stark steigender Aktien. Sobald der Kursgewinn größer ist als der eingestrichene Aktienkursgewinn und die Optionsprämie, wäre das reine Aktieninvestment lukrativer gewesen. Das ist definitiv ein Risiko, aber auch eines, das vorher schwer bewertet werden kann. Wer weiß schon genau, wie schnell und stark eine Aktie steigen wird.
Kommen wir nun aber zum wirklichen Risiko der Strategie – der Aktie selbst. Diese kann theoretisch bis auf 0$ fallen. Denken wir an die 335-Dollar-Prämie aus der Apple-Option aus unserem Beispiel. Das entspricht einem Schutz gegen Kursrückgänge in der Apple-Aktie von exakt 3,35$ oder 1,12%. Fällt die Aktie weiter, mache ich unter Garantie einen Verlust in der kombinierten Position. Daher muss ich mir vorab Gedanken machen, bis zu welchem Punkt ich Verluste im Basiswert aushalten kann oder möchte. Handelt es sich um ein langfristiges Investment, kann der Verlustpuffer großzügiger ausfallen. Habe ich die Position nur als Spekulation aufgebaut, sollten Verluste schnell gedeckt werden.
Exkurs
Verlustverrechnung in Deutschland:
Im deutschen Steuerrecht werden Aktien und Optionen unterschiedlichen Verlustverrechnungstöpfen zugerechnet. So ist eine Verrechnung von Aktienverlusten mit Gewinnen aus Optionsgeschäften unmöglich. Daher besteht die theoretische und praktische Möglichkeit der Steuerpflicht, wenn Verluste mit dem Basiswert gemacht wurden und die Option im Gewinn verkauft wurde oder ausgelaufen ist.*
*Dieser Exkurs stellt keine Steuerberatung dar und dient lediglich der Information. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Gewähr übernommen.
Covered Call vs. Cash Secured Put
Sowohl der Covered Call als auch der Cash Secured Put sind Stillhalter-Strategien. Sie unterscheiden sich in der Optionsart sowie in der Verpflichtung, die eingegangen wird. So verpflichtet der Call zur Lieferung der zugrunde liegenden Aktien. Bei dem Put verpflichte ich mich hingegen, die Aktien anzunehmen. Cash Secured ist die Strategie, wenn ich den Gegenwert des Aktienpakets vollständig in Bargeld vorhalte. Bei einer Apple-Aktie mit einem Strikepreis von 300$ würde dies exakt 30.000$ entsprechen.
Ein Call ist ein Put und ein Put ist ein Call
Was beiden aber gemein ist, ist das Risikoprofil. Der Gewinn auf der Oberseite ist begrenzt und liegt auf der Unterseite in der Entwicklung der Aktie selbst. Somit ist die obenstehende Abbildung zum Gewinn- und Verlustprofil bei beiden Strategien absolut identisch und zeigt den Kern des Zitats.
Mit der sogenannten Wheel-Strategie werden beide Strategien in Abfolge gehandelt, um konstanten Cashflow zu generieren. Wie genau das funktioniert, werden wir im Detail in einer Artikelserie beleuchten.
FAQ
Warum heißt es Covered Call?
Der Begriff Covered Call rührt daher, dass das eigentliche Risikoprofil des Short Calls, das unbegrenzten Verlust aufweist, gedeckelt ist. Dies wird durch ein Aktienpaket von 100 Stück pro verkauftem Short Call gewährleistet.
Muss ich die Aktien bereits besitzen, wenn ich die Position eingehe?
Grundsätzlich ja. Allerdings bieten viele Broker kombinierte Ordermöglichkeiten an, sodass die Aktie zeitgleich mit der verkauften Option eingegangen wird.
Sind Covered Calls reinen Aktieninvestments überlegen?
Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Übersteigt der Kursanstieg der Aktie aber die eingenommene Prämie plus den zugrunde liegenden Basispreis, wäre ein Direktinvestment in die Aktie lohnender gewesen.
Worin liegt das konkrete Risiko der Strategie?
Tatsächlich ist nicht die Option selbst beim Covered Call risikobehaftet. Die Gefahr besteht darin, dass die Aktie mehr fällt, als ich Prämie durch den Optionsverkauf vereinnahmt habe.
Fazit
Der Covered Call ist vor allem eins. Eine wiederholbare, solide Strategie. Keine Jackpotstrategie, falls unwahrscheinliche Ereignisse eintreten. Lediglich beständiger Cashflow. Dennoch ist die Auswahl des Basiswertes unerlässlich, da dort das Risiko liegt. Deshalb macht es Sinn, die Strategie auf Titel anzuwenden, die du ohnehin erwerben würdest. Bei Hochmomentum-Aktien könnte das Direktinvestment aufgrund der unbegrenzten Gewinnmöglichkeiten lukrativer sein. Sobald die implizite Volatilität attraktiv ist, lohnt sich der Verkauf des Calls, sodass du von einer hohen Optionsprämie und vielleicht auch einer attraktiven Dividende profitieren kannst.
Hast du bereits Covered Calls gehandelt und wenn ja, nach welchen Gesichtspunkten legst du deinen Strike fest?
Gelernter Bankkaufmann, geprüfter Bankfachwirt (IHK) und seit 2018 aktiver Optionshändler. Torben teilt auf OptionsWerk seine Strategien, Trades und Learnings – ohne Kurs, ohne Paywall.
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