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	<title>Strategien &#8211; OptionsWerk</title>
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		<title>Cash Secured Put &#8211; 101: Prämie kassieren, während du auf eine Aktie wartest</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Torben von OptionsWerk]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2026 17:22:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Strategien]]></category>
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					<description><![CDATA[Du erinnerst dich vielleicht an meinen allerersten Blogartikel “Optionsscheine vs. Optionen”, oder? Dann ist dir sicherlich auch noch geläufig, dass der Stillhalter einer Option praktisch die Rolle einer Versicherungsgesellschaft einnimmt. Er kassiert Prämien, um eine dritte Partei gegen bestimmte Ereignisse abzusichern.  Ich persönlich begann mit dem Handel von Cash Secured Puts mithilfe der David-Fish-Liste. Dies...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Du erinnerst dich vielleicht an meinen allerersten Blogartikel <a href="https://optionswerk.de/grundlagen/optionsscheine-vs-optionen-unterschiede/" data-type="post" data-id="358">“Optionsscheine vs. Optionen”,</a> oder? Dann ist dir sicherlich auch noch geläufig, dass der Stillhalter einer Option praktisch die Rolle einer Versicherungsgesellschaft einnimmt. Er kassiert Prämien, um eine dritte Partei gegen bestimmte Ereignisse abzusichern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich persönlich begann mit dem Handel von Cash Secured Puts mithilfe der <a href="https://www.dripinvesting.org/dividend-champions/" data-type="link" data-id="https://www.dripinvesting.org/dividend-champions/" target="_blank" rel="noopener">David-Fish-Liste</a>. Dies ist eine hervorragende Datenbank für die sogenannten Dividenden-Aristokraten des amerikanischen Aktienmarkts &#8211; Aktien, die jahrzehntelang die Dividende nicht gekürzt haben. Die zugrunde liegende Idee war es, einen zweifachen Zahlungsstrom zu generieren: einen über die Optionsprämie, den anderen nach Andienung der Aktien über die Quartalsdividende.  In dem konkreten Falle handelte es sich um AT&amp;T, die zu dem Zeitpunkt bei rund 10$ gehandelt wurde. Also durchaus machbar, wenn man nur über ein kleines Depot verfügt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem hält der US-ETF-Markt einige Spezial-ETFs bereit, die sich durch eine sehr hohe Ausschüttungsrendite auszeichnen. Allerdings ist seit der Umsetzung der MIFID-2 der Direktkauf für EU-Bürger verboten, da es unter anderem keinen Verkaufsprospekt in Landessprache gibt. Durch die Andienung mittels Cash Secured Puts besteht aber ein alternativer Weg des Erwerbs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grundsätzlich haben beide Beispiele den gleichen Hintergedanken. Den Erwerb von Aktien bzw. ETFs, um sie zu halten. Die Andienung ist hier nicht das Risiko, sondern das Ziel.<br><strong>Der Break-Even-Punkt der Strategie ist dein gewählter Strikepreis abzüglich der erhaltenen Prämie.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was ist ein Cash Secured Put?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aber fangen wir ganz vorne an. Ich habe ja bereits mit Fachbegriffen wie <em>Andienung</em> um mich geworfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Cash Secured Put als Strategie ist nichts anderes als ein Short Put &#8211; allerdings hast du den Kontraktwert vollständig frei verfügbar in deinem Depot eingezahlt. Daher eignet sich die Strategie auch für sogenannte Cash-Konten, die keinerlei Strategien mit unbegrenztem Risiko erlauben. Gehen wir als Beispiel einfach mal von der Apple-Aktie (AAPL) aus. Diese handelt heute am 01.07., wo ich diesen Artikel schreibe, bei rund 295$. Somit müsstest du entsprechend dem Kontraktwert von 100 Aktien Bargeld in Summe von 29.500$ vorhalten, damit es sich um einen Cash Secured Put handelt.<br></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Fall, dass der Käufer deiner Option es wünscht, bist du verpflichtet, die Aktie zum Basispreis abzukaufen &#8211; unabhängig davon, ob sich die Option im Geld befindet oder nicht. Mit dem Verkauf des Cash Secured Puts erhältst du die Prämie, die dir in jedem Falle zusteht &#8211; egal, ob die Aktien am Ende der Optionslaufzeit angedient werden oder nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da die Strategie ein Bewusstsein dafür schafft, dass der Kontraktwert direkt bar hinterlegt werden muss, ist diese sehr nah am Direktinvestment in Aktien zu sehen. Man lässt sich nur vorweg dafür bezahlen, die Aktien zu kaufen. Daher ist es eine sehr anfängerfreundliche Strategie, die leicht verständlich und erlernbar ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um auf die Andienung aus der Einführung zurückzukommen. Dabei handelt es sich um die möglicherweise vorzeitige Ausübung der Option, sodass dir 100 Aktien pro Optionskontrakt ins Depot gebucht werden. Bei Laufzeitende geschieht das allerdings automatisch, sofern der Aktienkurs unterhalb des Ausübungskurses liegt. Die Andienung kann dabei deine implizite Absicht sein. Ist sie das nicht, und spekulierst du darauf, dass der Aktienkurs oberhalb des Strikepreises bleiben wird, handelst du eine risikoaversere Short-Put-Strategie.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Early Assignment</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Aktienoptionen, egal ob amerikanische, europäische oder asiatische, sind Optionen amerikanischer Art. Der Käufer dieser Optionen hat jederzeit die Möglichkeit, die Ausübung zu verlangen. In diesem konkreten Falle würdest du, wie bereits beschrieben, dein 100 Aktien umfassendes Paket ins Depot geliefert bekommen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grundsätzlich ist die vorzeitige Ausübung bei Short Puts sehr selten, da der Käufer der Option dadurch unter Umständen nicht seinen maximalen Gewinn realisieren kann. Seine Optionen enthalten bei vorzeitiger Ausübung noch einen Zeitwert, der bei Ausübung wertlos ausgebucht wird.<br>Weshalb kann es trotzdem passieren? Gerade Aktien, die extrem stark im Preis gefallen sind, sind davon betroffen. Der innere Wert der Option ist durch den starken Abverkauf deutlich angestiegen und macht ein Vielfaches des Zeitwertes aus. Der Optionskäufer hat einen großen Gewinn eingefahren und möchte ihn sichern &#8211; auch wenn er damit den verbleibenden Zeitwert verliert.<br>Du als Stillhalter kannst nicht früh genug reagieren &#8211; es gibt keine Benachrichtigung, dass die Ausübung dich selbst treffen könnte. Die Ausübung wird durch die Clearingstelle, die Options Clearing Corporation, nach Börsenschluss unter allen Stillhaltern der betreffenden Option ausgelost. Und sobald du am nächsten Tag dein Depot öffnest, siehst du eine Aktienposition von 100 Stück anstatt deines Cash Secured Puts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was kannst du im Anschluss tun? Das hängt davon ab, ob du die Andienung wolltest oder darauf gesetzt hast, dass der Kurs der Aktie oberhalb des Basispreises bleibt. Im ersten Falle &#8211; Glückwunsch! Du hast die Aktien, die du zu dem von dir gewählten Preis haben wolltest. Und falls nicht, verkaufst du die Aktien direkt nach Börseneröffnung am Markt.<br>Mit der Andienung möchte dir niemand etwas Böses antun &#8211; es ist die vertragliche Verpflichtung, die du mit dem Cash Secured Put eingegangen bist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mechanik am Beispiel der Apple-Aktie (AAPL)</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nehmen wir Apple Inc. als Beispiel. Ein etabliertes Unternehmen mit bestehenden, erfolgreichen Produkten. Die Firma ist längst der Phase eines spekulativen Investments entwachsen &#8211; anders als Firmen, die sehr stark davon getrieben sind, welche Nachrichten und Analysen gerade kursieren, da sie nur Produkte angekündigt haben, nicht aber verkaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das macht eine fundamentale Analyse von AAPL besonders einfach. Die Quartalszahlen und Jahresabschlüsse sind valide und konstant. Werte lassen sich leicht mit der Vergangenheit in Bezug setzen und periodisch vergleichen. Also stellt sich dir die folgende Frage:<br>Bei welchem Kurs fändest du die Apple-Aktie attraktiv, um sie zu kaufen? Die Antwort auf die Frage bestimmt nämlich deine Strike-Auswahl &#8211; du willst den Cash Secured Put genau dort schreiben.<br><br>Aktuell handelt die Aktie bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von ca. 36. Nun könntest du sagen, dass du persönlich die Aktie bei einem KGV von 30 attraktiv fändest. Bei einem derzeitigen Gewinn pro Aktie (rollende 12 Monate) von 8,27$ entspräche das einem Kurs von rund 248$.<br>Das identische Vorgehen kannst du bei Dividendenaktien nutzen. Wenn die Dividendenrendite exemplarisch bei 3 % p.a. liegt, du aber mindestens 3,5 % wünschst, nimmst du die entsprechende Berechnung vor. Du teilst die absolute Dividende durch die Zieldividende von 3,5%. Und das Ergebnis ist dein Ziel-Strike. Um die Fundamentaldaten bei amerikanischen Aktien zu überprüfen, kann ich besonders <a href="https://finviz.com/" data-type="link" data-id="https://finviz.com/" target="_blank" rel="noopener">FinViz </a>empfehlen. Trotz der englischen Sprache bietet die Webseite aggregiert sehr guten Inhalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Strike bei dieser Herangehensweise ist nicht pauschal maximal weit vom aktuellen Kurs entfernt &#8211; du hast deinen Wunschpreis, zu dem du die Aktie mit Kusshand nehmen würdest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bleiben wir beim Beispiel von Apple mit einem KGV von 30 – also einem Zielpreis von 248$. Klassischerweise wählst du dazu eine Restlaufzeit des Cash Secured Puts von 30 bis 45 Tagen. Das bietet dir einen guten Kompromiss zwischen absoluter Prämieneinnahme und beschleunigtem Zeitwertverfall. Der Optionsverfall vom 07.08.2026 ist per heute 37 Tage entfernt &#8211; also genau der Zielkorridor. Kommen wir nun zu einem kleinen Problem: Es gibt keinen Strikepreis von 248$. Die Optionen handeln in 5$-Inkrementen aufgrund der absoluten Höhe des Aktienkurses – Aktien mit niedrigem Preis haben Inkremente von 2,5$ oder 1$. Dies haben wir thematisch auch bereits in <a href="https://optionswerk.de/grundlagen/was-ist-eine-option/" data-type="post" data-id="392">“Was ist eine Option?”</a> beleuchtet.<br>Aber zurück zu unserem Problem. Wir haben also die Wahl zwischen dem 245$ Strikepreis und dem 250$ Strikepreis. Wenn wir uns sklavisch an unsere Vorgabe halten, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis maximal 30 betragen darf, sind 245$ die richtige Wahl.<br></p>



<p class="wp-block-paragraph">Somit verkaufen wir den 245$ Short Put auf AAPL mit einer Restlaufzeit von 37 Tagen und erhalten eine Prämie von 0,62$ pro Aktie – also in Bezug auf 100 Aktien pro Optionskontrakt 62$ vor Gebühren. Und da dir die Prämie in jedem Falle zusteht, sinkt der Einstandskurs pro Aktie um die erhaltenen 62 Cent und beträgt dann bei Andienung entsprechend 244,38$.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Drei Szenarien bei Verfall</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem wir die AAPL-Option geschrieben haben, gibt es 3 mögliche Szenarien, wie der Trade ausgehen könnte. Das untenstehende Schaubild greift diese Szenarien zusammenfassend auf:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Situation am 07.08.2026 nach Börsenschluss:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>1) AAPL schließt oberhalb von 245$: Dein verkaufter Cash Secured Put endet nicht im Geld und verfällt wertlos. Du erhältst die Prämie und hast die Aktie nicht erhalten. Folglich kannst du den Trade wiederholen.</li>



<li>2) AAPL schließt bei 244,80$: Der Trade endet knapp unterhalb von deinem Strike von 245$ und ist somit im Geld. Du wirst mit 100 AAPL-Aktien angedient. Effektiv bist du mit deiner Aktienposition bereits im Gewinn, da die erhaltene Prämie den Einstandskurs auf 244,38$ abgesenkt hat. </li>



<li>3) AAPL schließt bei 244 oder tiefer: Die Situation ist ähnlich wie in 2). Du wurdest angedient &#8211; allerdings reicht die erhaltene Prämie nicht aus, damit die erhaltene Aktienposition einen Gewinn aufweist. Nichtsdestotrotz hast du Apple zu einem Kurs erhalten, den du selbst für fundamental gerechtfertigt hieltest. Die Frage, ob der dann vorherrschende Kurs für dich passt, musst du individuell entscheiden. Möglicherweise hat sich die Nachrichtenlage überholt und es stehen weitere sinkende Werte ins Haus.</li>
</ul>



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<div class="csp-wrap">
  <div class="csp-title">Cash Secured Put – drei Szenarien bei Verfall</div>
  <div class="csp-sub">Basis: AAPL @ 295 $ · Strike 245 $ · Prämie 62 $ · Laufzeit 36 Tage · Cash hinterlegt: 24.500 $</div>

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        <div class="csp-card-title">Aktie bleibt über Strike</div>
      </div>
      <div class="csp-card-body">
        <div class="csp-row"><span class="csp-label">Kurs bei Verfall</span><span class="csp-value">z.B. 270 $</span></div>
        <div class="csp-row"><span class="csp-label">Put-Option</span><span class="csp-value">Verfällt wertlos</span></div>
        <div class="csp-row"><span class="csp-label">Assignment</span><span class="csp-value">Keines</span></div>
        <div class="csp-row"><span class="csp-label">Prämie</span><span class="csp-value">+62 $ behalten</span></div>
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        <div class="csp-result csp-pos">Max. Gewinn: +62 $ → Trade wiederholen</div>
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    </div>

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        <div class="csp-card-title">Aktie knapp unter Strike</div>
      </div>
      <div class="csp-card-body">
        <div class="csp-row"><span class="csp-label">Kurs bei Verfall</span><span class="csp-value">z.B. 240 $</span></div>
        <div class="csp-row"><span class="csp-label">Assignment</span><span class="csp-value">100 AAPL @ 245 $</span></div>
        <div class="csp-row"><span class="csp-label">Effektiver Einstand</span><span class="csp-value">244,38 $ (− Prämie)</span></div>
        <div class="csp-row"><span class="csp-label">Buchverlust</span><span class="csp-value">−438 $ (teilw. kompensiert)</span></div>
        <div class="csp-row"><span class="csp-label">Aktien im Depot</span><span class="csp-value">Ja – zum Wunschkurs</span></div>
        <div class="csp-result csp-neutral">Assignment war das Ziel → Covered Call folgt</div>
      </div>
    </div>

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        <div class="csp-card-title">Aktie fällt stark</div>
      </div>
      <div class="csp-card-body">
        <div class="csp-row"><span class="csp-label">Kurs bei Verfall</span><span class="csp-value">z.B. 210 $</span></div>
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        <div class="csp-row"><span class="csp-label">Prämie als Puffer</span><span class="csp-value">Federt ab, schützt nicht</span></div>
        <div class="csp-result csp-bear">Fundamentale Überzeugung entscheidet: halten oder schließen</div>
      </div>
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  <div class="csp-logo">OptionsWerk</div>
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<p class="has-text-color has-link-color wp-elements-c5a1248b42f09b0591489fc7d86e5bcc wp-block-paragraph" style="color:#99999999;font-size:13px">Abbildung 1: Drei mögliche Szenarien bei Laufzeitende des AAPL-Cash Secured Puts.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum ich den Cash Secured Put mag &#8211; und wann ich ihn einsetze</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Du könntest jetzt natürlich die Frage stellen, warum man die Aktie nicht einfach kauft, wenn sie auf ein Niveau unterhalb von 248$ fällt. Die kurze Antwort ist <strong>Zeit</strong>. Weder du noch ich wissen, wann sie das nächste Mal bei 248$ handeln wird. Also können wir diese Zeit sinnvoll nutzen und damit Geld verdienen, während wir warten. Man kann es wie eine vorgezogene Dividende betrachten, ohne die Aktie bereits im Depot zu haben. Dieser Warteprozess kann Wochen, vielleicht Monate dauern. Enttäuschend ist es aber keinesfalls, sondern im Gegenteil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es kann aber durchaus sein, dass du eine spezielle Aktie besitzen möchtest. Ohne eine Berechnung passender Fundamentaldaten vornehmen zu müssen. Die einzige Voraussetzung ist der klare Wunsch, die betreffende Aktie zu besitzen.<br>In dem Falle würde ich auch wieder eine Laufzeit zwischen 30 und 45 Tagen wählen, den Strikepreis aber leicht out-of-the-money bei einem Delta zwischen 20 und 30 setzen. Somit hast du einen doppelten Sweet-Spot. Einmal durch eine vorteilhafte Laufzeit und auf der anderen Seite eine attraktive Vergütung durch das Delta.<br>Einen zusätzlichen Benefit kann ein kleiner Rücksetzer des Aktienkurses zum Zeitpunkt des Optionsverkaufs in Form höherer Prämien haben. Wie bereits im Artikel <a href="https://optionswerk.de/grundlagen/optionspreis-berechnen/" data-type="post" data-id="414">“Optionspreis berechnen”</a> beleuchtet wurde, steigt bei Aktienoptionen die implizite Volatilität an, da der Absicherungsbedarf bei rückläufigen Kursen zunimmt. Und dadurch steigen auch die Optionspreise und bieten eine attraktive Zusatzeinnahme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ich aber ausdrücklich nicht empfehlen kann, ist das Schreiben von Cash Secured Puts auf Aktien, die du nicht zweifelsfrei besitzen und möglicherweise lange halten möchtest. Das Schreiben von Cash Secured Puts, nur des Trades willen, lohnt sich auf lange Sicht nicht.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Risiko &#8211; ehrlich benannt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kommen wir zum unangenehmen Teil der Strategie &#8211; dem Risiko. Verklausuliert habe ich es bereits zum Ende des letzten Kapitels angesprochen. Wie auch beim Covered Call liegt das Risiko beim Cash Secured Put nicht in der Option selbst, sondern im Basiswert.<br><br>Und somit liegt die Gefahr darin, dass die Aktie auf Null fällt. Dabei macht es keinerlei Unterschied, ob dies während der Optionslaufzeit oder nach Andienung passiert. Das risikobehaftete Kapital, also der maximale rechnerische Verlust, beträgt in dem Falle den Strikepreis multipliziert mit dem Bezugsverhältnis von 100 abzüglich der erhaltenen Prämie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und da die Strategie keinerlei eingebauten Stop Loss enthält, musst du dir im Vorhinein darüber im Klaren sein, ab welchem Zeitpunkt du die Position nicht weiterhalten möchtest. Dies können neue, negative Nachrichten sein, die die Fundamentalbewertung zerstören oder simple Chartmarken, wie das nächste Verlaufstief, das unterschritten wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Risiko ist die Kapitalbindung. Du fragst dich, warum dies ein Risiko darstellt. Ganz einfach &#8211; für den vollen Zeitraum des Trades (Optionslaufzeit plus Haltedauer der Aktie nach Andienung) ist das Kapital gebunden. Du kannst das Kapital theoretisch nicht weiter für andere Tradegelegenheiten verwenden oder Bargeld vom Depot auszahlen. Theoretisch führe ich an, weil es in einem Margin-Konto durchaus möglich ist, das Kapital zu entnehmen oder fremd zu verwenden. Dadurch steigt aber der Hebel deines Depots und es ist keine kapitalbesicherte Strategie mehr.<br><br>Als letztes Risiko muss man auch ganz klar das Opportunitätsrisiko anführen. Wenn die Aktie stark steigt, ist der entgangene Gewinn des Direktkaufs der Aktie wesentlich höher als die erhaltene Prämie. Noch dazu kann eine schnell steigende Aktie dazu führen, dass ich versucht bin, den Strike immer weiter nach oben hin anzupassen, um eine Andienung zu erhalten. Und am Ende werde ich zu einem Preis angedient, der vielleicht nicht mehr meinem Wunsch entspricht. Ich empfehle dir in einem solchen Falle lieber, eine andere Aktie ausfindig zu machen, die sich nicht gerade stark verteuert hat.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die physische Komponente</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Kommen wir auf eine weitere Herausforderung zu sprechen, die implizit in der Strategie enthalten ist. Damit die Andienung erfolgen konnte, musste die Aktie mitunter ein weites Stück fallen. Das Chartbild sieht möglicherweise ganz anders aus als beim Verkauf des Cash Secured Puts. Man erhält also zum Laufzeitende die Aktien und sitzt auf einem Buchverlust wie in Szenario 3) aus Kapitel 3. Das Risiko ist nicht abstrakt und man muss sich bewusst werden, dass dies zur Strategie gehört. Bei meinen ersten Cash Secured Puts wusste ich das auf dem Papier. Die verlustbehafteten Aktien im Depot vorzufinden war dann aber psychologisch nochmal ganz anders.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher solltest du dir vorher bereits über den Ausstieg im Klaren sein. Bis zu welchem Punkt steigst du spätestens aus? Wie lange willst du die Aktie grundsätzlich halten oder direkt nach Andienung Covered Calls schreiben, um die Aktien schnellstmöglich verkaufen zu können? Wenn du innerlich noch keine Antwort auf diese Fragen gefunden hast und dich dann mit einem unerwarteten Verlust konfrontiert siehst, triffst du Entscheidungen unter Druck – und die sind selten die beste Lösung.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Falls dir die Covered Calls noch nicht geläufig sind, schaue gerne <a href="https://optionswerk.de/strategien/covered-call/" data-type="post" data-id="488">hier </a>vorbei.</p>



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<div class="ow-wrap">
  <div class="ow-title">Cash Secured Put – Payoff bei Verfall</div>
  <div class="ow-sub">Beispiel: AAPL @ 295 $ · Strike 245 $ · Prämie 0,62 $ (62 $) · Laufzeit 36 Tage</div>
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    <canvas id="cspChart" role="img" aria-label="Payoff-Diagramm Cash Secured Put: Max. Gewinn 62 $ rechts vom Strike 245 $, Break-Even bei 244,38 $, steigender Verlust links davon">Cash Secured Put Payoff: Max. Gewinn 62 $ ab Strike 245 $, Break-Even 244,38 $.</canvas>
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<p class="has-text-color has-link-color wp-elements-d877a8201b6a36f3c629d6a7c098c6fb wp-block-paragraph" style="color:#99999999;font-size:13px">Abbildung 2: Die X-Achse zeigt den Aktienkurs der Apple-Aktie bei Verfall. Die Y-Achse zeigt den Gewinn oder Verlust am Verfallstag an. Das Beispiel bedient sich realen Optionswerten und Kursen vom 02.07.2026.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Cash Secured Put und Covered Call &#8211; die natürliche Verbindung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Du erinnerst dich an das Zitat<em> “Ein Call ist ein Put und ein Put ist ein Call” </em>aus dem Artikel <a href="https://optionswerk.de/strategien/covered-call/" data-type="post" data-id="488">“Covered Call erklärt”</a>? Das siehst du exemplarisch am Cash Secured Put und am Covered Call. Das Gewinn- und Verlustprofil ist bei beiden identisch &#8211; das Risiko liegt bei beiden nicht in der Option, sondern in der Aktie. Lediglich die Art der Option ist hier der entscheidende Unterschied. Put oder Call an sich macht für das Risikoprofil keinen Unterschied – lediglich die Höhe der Prämie unterscheidet sich. Denn ohne groß auf die sogenannte Skewness der Optionspreise vorzugreifen, ist der Preis einer Put-Option bei Aktien den Preisen einer Call-Option in der Regel überlegen, also höher. Das liegt daran, dass bei Aktien der Absicherungsbedarf vornehmlich an der Unterseite liegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber diesen vermeintlichen Nachteil können wir für uns nutzen. Nachdem die Aktien angedient worden sind, können wir den Aktienbestand nutzen, um direkt wieder einen Call zu schreiben. Somit haben wir zunächst zum Eingehen der Position einen Cash Secured Put eröffnet, um sie mit dem Covered Call zu schließen. Wir erzielen somit durch beide Optionsstrategien Prämien und haben unter Umständen noch eine Dividendeneinnahme, bevor das Aktienpaket ausgebucht wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese zusammengesetzte Strategie nennt sich Wheel-Strategie. Der sinnbildliche Kreislauf: Ich schreibe einen Cash Secured Put, lasse mir die Aktien andienen, verkaufe sie mittels Covered Call wieder und beginne von vorn. Dazu plane ich in Zukunft auch einen eigenen Artikel.</p>



<div class="wp-block-kadence-column kadence-column527_025141-61"><div class="kt-inside-inner-col">
<h2 class="wp-block-heading">FAQ</h2>


<div id="rank-math-faq" class="rank-math-block">
<div class="rank-math-list ">
<div id="faq-question-1783021029604" class="rank-math-list-item">
<h3 class="rank-math-question ">Ist der Cash Secured Put ein Short Put?</h3>
<div class="rank-math-answer ">

<p>Ja, der Cash Secured Put ist technisch gesehen ein Short Put. Aber dieser Short Put hinterlegt den Kontraktgegenwert voll mit Bargeld.</p>

</div>
</div>
<div id="faq-question-1783021119617" class="rank-math-list-item">
<h3 class="rank-math-question ">Was unterscheidet die Strategie dann so massiv vom Short Put?</h3>
<div class="rank-math-answer ">

<p>Das Hauptziel des Cash Secured Puts ist es tatsächlich, die Aktie ansteigen zu lassen. Somit ist es gewünscht, dass die Aktie unter den Strikepreis sinkt, um die Andienung auszulösen.</p>

</div>
</div>
<div id="faq-question-1783021308197" class="rank-math-list-item">
<h3 class="rank-math-question ">Ist die Strategie durch die Bargeldhinterlegung risikolos?</h3>
<div class="rank-math-answer ">

<p>Nein, definitiv nicht. Es ist lediglich gleich bei Beginn des Trades bekannt, was der maximale Verlust visuell bedeuten würde. Das Risiko liegt in der Aktie selbst, die bis auf null fallen kann.</p>

</div>
</div>
<div id="faq-question-1783021397198" class="rank-math-list-item">
<h3 class="rank-math-question ">Covered Call oder Cash Secured Put?</h3>
<div class="rank-math-answer ">

<p>Das Risikoprofil beider Strategien ist identisch &#8211; das Risiko liegt in der zugrunde liegenden Aktie. Allerdings kann man den Cash Secured Put als eine bezahlte Einstiegsstrategie sehen; der Covered Call ist das bezahlte Pendant zum Ausstieg. Führt man beide Strategien zusammen, handelt man die sogenannte Wheel-Strategie.</p>

</div>
</div>
</div>
</div></div></div>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Was ist jetzt dein größter Benefit gegenüber dem Short Put? Du handelst mit dem Cash Secured Put eine kombinierte Strategie. Das Ziel ist es, rabattierte Aktien zu erwerben. Du hast praktisch eine Dividende, bevor deine Aktien im Depot angekommen sind. Und das immer wieder, solange keine Andienung erfolgt ist.<br><br>Eignet sich die Strategie für jeden? Sicherlich nicht. Hast du keinerlei Interesse, Aktien eingebucht zu bekommen, ist die Strategie sicherlich nichts für dich und der reine Short Put macht deutlich mehr Sinn &#8211; keine Andienungsabsicht. Zusätzlich dazu macht die Strategie keinen Sinn, wenn du dein Kapital flexibel einplanen möchtest, keinerlei Restriktionen in Kauf nehmen möchtest und nicht weißt, wann du welchen Kapitalbetrag benötigst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch ist der Cash Secured Put eine hervorragende Möglichkeit, einen Einstieg in die Welt des Optionshandels zu finden, und noch dazu besteht eine direkte Verbindung zum Aktienhandel.</p>



<div class="wp-block-kadence-advancedbtn kb-buttons-wrap kb-btns527_2bda0d-1a"><a class="kb-button kt-button button kb-btn527_edba2d-03 kt-btn-size-standard kt-btn-width-type-auto kb-btn-global-fill kt-btn-has-text-true kt-btn-has-svg-false wp-block-kadence-singlebtn" href="https://optionswerk.de/blog/"><span class="kt-btn-inner-text">Zurück zum Blog</span></a></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Covered Call erklärt – Strategie, Beispiele &#038; Risiken</title>
		<link>https://optionswerk.de/strategien/covered-call/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Torben von OptionsWerk]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jun 2026 14:56:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Strategien]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="kt-adv-heading488_bd5d45-2b wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading488_bd5d45-2b">Meine ersten Covered Calls habe ich ganz nebenbei geschrieben, ohne vorher geplant zu haben, es zu tun. Ich war in Dividendenaristokraten investiert, darunter HP Inc. und AT&amp;T. Beides sind verlässliche Dividendenzahler mit einer hohen relativen Dividendenrendite. So entstand die Idee, die Rendite durch das Schreiben eines zusätzlichen Calls oberhalb des Kurses weiter zu steigern.<br>Ähnlich unvorbereitet wie ich an das eigentliche Schreiben der Call-Optionen herangegangen bin, war ich beim Ergebnis. Ich kann gar nicht mehr genau sagen, bei welchem der beiden Titel mir das passiert ist. Jedenfalls stieg der Kurs um ein paar Dollar und meine Option war im Geld. Ich wollte doch die Aktie aber nicht abgeben, sondern nur eine bessere Rendite als allein mit der Dividende.<br>Mein Learning daraus war, dass das eigentliche Eingehen der Position recht einfach ist, die Auswahl des Strikes hingegen nicht. Noch dazu machen es Titel unter 25$ wie die beiden Genannten nicht gerade einfach, nach Gebühren noch auskömmliche Prämien einzufahren, jedenfalls nicht bei einem Gebührensatz von 3,5$ pro Trade.<br><br>In diesem Artikel möchte ich dir die grundsätzliche Strategie des Covered Calls näherbringen und dich mit Techniken und Mechaniken vertraut machen, wie man Calls und den Basiswert auswählen kann. Solltest du dich noch grundsätzlich mit Optionen vertraut machen wollen, empfehle ich dir meinen Grundlagenartikel <a href="https://optionswerk.de/grundlagen/was-ist-eine-option/">&#8222;Was ist eine Option?&#8220;</a></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was ist ein Covered Call?</strong></h2>



<p class="kt-adv-heading488_c2b284-ac wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading488_c2b284-ac">Aber was genau ist jetzt der Covered Call? Es ist keine reine Optionsstrategie, sondern kombiniert den Besitz von 100 Aktien mit einem Short Call. Dieser Short Call wird in der Regel oberhalb des aktuellen Basiswertkurses gewählt. Langfristige Strategien verfolgen auch gegenteilige Annahmen und schreiben den Call weit im Geld als Absicherung für Kursrückgänge. Dazu werden wir uns im Verlauf des Artikels ein Beispiel anschauen. Der Begriff <em>“Covered” </em>&nbsp;rührt daher, dass wir den Short Call nicht nackt schreiben, was implizit unbegrenztes Risiko auf der Oberseite bedeutet hätte – der Aktienbestand sichert uns gegen die Andienung der Option ab. Wir liefern in dem Falle 100 Aktien.<br>Der Gewinn ist somit auf der Oberseite begrenzt, da der Short Call sich als Gegenschäft zu den 100 Aktien verhält.<br><br>Und somit sind wir auch schon bei einem Nachteil der Strategie angekommen. Damit wir den Covered Call sauber umsetzen können, benötigen wir mindestens 100 Aktien im Bestand oder ein Vielfaches davon. Die Optionen haben immer den Kontraktgegenwert von 100 Aktien, sodass Fragmente wie 25 oder 50 Stücke unmöglich sind. Gerade bei kapitalintensiven Titeln wie Apple, Amazon und Co. kann das ein Ausschlusskriterium sein, wenn wir über kleinere Konten sprechen. Demgegenüber steht der Vorteil, dass der Short Call margintechnisch praktisch nicht ins Gewicht fällt, da wir die Aktien halten. Vereinfacht lässt sich somit sagen, dass wir lediglich die Marginanforderungen für die Aktien bereithalten müssen – nichts Zusätzliches für das Optionsgeschäft.<br>Dies ist vor allem im Risiko des Geschäfts begründet. Unser Hauptrisiko ist der Totalverlust der Aktie. Diese kann auf 0 fallen. Die erhaltene Prämie kompensiert zwar etwas, aber im Verhältnis zum Totalverlust dann doch wenig. Das Risikoprofil ist also identisch mit dem eines Short Puts.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mechanik</h2>



<p class="kt-adv-heading488_d6a314-40 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading488_d6a314-40">Nun möchte ich dir veranschaulichen, wie du einen Covered Call eingehst. Wir gehen zunächst davon aus, dass du bereits 100 Aktien im Bestand hältst. Nehmen wir an, es ist Apple Inc. Am gestrigen Handelstag wurde AAPL bei rund 300$ gehandelt. Nun suchst du dir einen beliebigen Call in einer beliebigen Laufzeit oberhalb dieser 300$ aus und handelst die Option <strong><em>Sell to Open</em></strong> – du handelst also den Geldkurs des Calls.<br>Nach Ausführung der Order erhältst du sofort die Prämie. Sie steht dir unabhängig vom weiteren Tradeausgang vollständig zu.<br>Aber wie geht es weiter? Das liegt ganz klar an der Entwicklung der Aktie selbst. Gehen wir zunächst davon aus, dass der Kurs die ganze Laufzeit der Option unterhalb des Strikes verweilt. Glückwunsch! Du kannst die Prämie verbuchen und die Aktien weiter im Bestand halten. Du kannst von vorne beginnen und in einer neuen Laufzeit einen weiteren Call schreiben und wieder Prämien und vielleicht zwischenzeitlich Dividenden kassieren. Aber was passiert, wenn die Aktien steigen und sich zum Ende der Optionslaufzeit über dem Strike befinden? Auch hier kannst du dich beglückwünschen. Du hast den Maximalgewinn eingefahren. Du verbuchst einen Kursgewinn bis zum Strikepreis sowie die Optionsprämien selbst. Allerdings musst du den gesamten Aktienbestand abgeben &#8211; dein Broker bucht sie automatisch aus.<br><br>Aber was passiert, wenn die Apple-Aktien stark gefallen sind? Nehmen wir einfach mal 10% Kursverlust an. Auch hier behältst du den kompletten Aktienbestand und die Optionsprämie. Dennoch hast du ein anderes Problem. Dein Aktienbestand weist einen wesentlich höheren Verlust auf als die Prämie, die du erhalten hast. Und das ist exakt das Risiko der Strategie – die Schwäche des Basiswertes.</p>



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<div class="cc-wrap">
  <div class="cc-title">Covered Call – drei Szenarien bei Verfall</div>
  <div class="cc-sub">Basis: 100 AAPL @ 180 $ · Strike 185 $ · Prämie 150 $</div>

  <div class="cc-grid">

    <!-- Szenario 1: Aktie fällt stark -->
    <div class="cc-card">
      <div class="cc-card-header">
        <div class="cc-icon icon-bear">↓</div>
        <div class="cc-card-title">Aktie fällt stark</div>
      </div>
      <div class="cc-card-body">
        <div class="cc-row">
          <span class="cc-label">Kurs bei Verfall</span>
          <span class="cc-value">z.B. 160 $</span>
        </div>
        <div class="cc-row">
          <span class="cc-label">Option</span>
          <span class="cc-value">verfällt wertlos</span>
        </div>
        <div class="cc-row">
          <span class="cc-label">Prämie</span>
          <span class="cc-value">+150 $ behalten</span>
        </div>
        <div class="cc-row">
          <span class="cc-label">Aktie</span>
          <span class="cc-value">−2.000 $ Verlust</span>
        </div>
        <div class="cc-row">
          <span class="cc-label">Prämie federt ab</span>
          <span class="cc-value">150 $ von 2.000 $</span>
        </div>
        <div class="cc-result bear">Verlust – Prämie minimal</div>
      </div>
    </div>

    <!-- Szenario 2: Aktie bleibt / leicht steigend -->
    <div class="cc-card">
      <div class="cc-card-header">
        <div class="cc-icon icon-neutral">→</div>
        <div class="cc-card-title">Aktie stagniert</div>
      </div>
      <div class="cc-card-body">
        <div class="cc-row">
          <span class="cc-label">Kurs bei Verfall</span>
          <span class="cc-value">z.B. 181 $</span>
        </div>
        <div class="cc-row">
          <span class="cc-label">Option</span>
          <span class="cc-value">verfällt wertlos</span>
        </div>
        <div class="cc-row">
          <span class="cc-label">Prämie</span>
          <span class="cc-value">+150 $ behalten</span>
        </div>
        <div class="cc-row">
          <span class="cc-label">Aktie</span>
          <span class="cc-value">+100 $ Buchgewinn</span>
        </div>
        <div class="cc-row">
          <span class="cc-label">Wiederholen?</span>
          <span class="cc-value">Ja – nächster CC</span>
        </div>
        <div class="cc-result neutral">Prämiengewinn – Aktien bleiben</div>
      </div>
    </div>

    <!-- Szenario 3: Aktie steigt über Strike -->
    <div class="cc-card">
      <div class="cc-card-header">
        <div class="cc-icon icon-bull">↑</div>
        <div class="cc-card-title">Aktie steigt ≥ Strike</div>
      </div>
      <div class="cc-card-body">
        <div class="cc-row">
          <span class="cc-label">Kurs bei Verfall</span>
          <span class="cc-value">z.B. 195 $</span>
        </div>
        <div class="cc-row">
          <span class="cc-label">Option</span>
          <span class="cc-value">wird ausgeübt</span>
        </div>
        <div class="cc-row">
          <span class="cc-label">Prämie</span>
          <span class="cc-value">+150 $ behalten</span>
        </div>
        <div class="cc-row">
          <span class="cc-label">Aktie</span>
          <span class="cc-value">zu 185 $ abgegeben</span>
        </div>
        <div class="cc-row">
          <span class="cc-label">Gesamt</span>
          <span class="cc-value">+650 $ (Max.)</span>
        </div>
        <div class="cc-result bull">Vollgewinn – Aktien weg</div>
      </div>
    </div>

  </div>
  <div class="cc-logo">OptionsWerk</div>
</div>



<p class="kt-adv-heading488_c3b587-85 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading488_c3b587-85">Aber wie finde ich entsprechende Strikes für meinen Call? Bei Bestandspositionen kann es helfen, vorherige und naheliegende Hochpunkte zu suchen, die als Widerstand fungieren können. Der Call sollte dann knapp darüber gewählt werden, um die Wahrscheinlichkeit der Andienung zu minimieren. Es ist aber gerade bei Aktien mit geringen Kurswerten kleiner als 50$ zu schauen, ob der Trade nach Gebühren wirtschaftlich ist. So macht es sicherlich wenig Sinn, 10$ Prämieneinnahme netto zu generieren, wenn du 3,50$ Gebühren verursachst. Besonders profitabel kann es sein, zu warten, bis die Aktien überkauft sind. Wenn der Indikator <em>Relative Stärke Index</em> einen überkauften Zustand anzeigt, kann es der Auslöser sein, einen nahegelegenen Call zu suchen. Die Laufzeit sollte dann relativ kurzfristig zwischen 30 und 45 Tagen gewählt werden. Diese Laufzeit ist ein Kompromiss zwischen relativer Kurzfristigkeit und einer guten Prämie.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Eine andere, fortgeschrittene Strategie kann es sein, eine Aktie zu suchen, die im Begriff ist, eine größere Bewegung zu machen. Bei dieser Strategie hast du diese Aktie aber noch nicht im Bestand. Du hast also die vielversprechende Aktie ausgemacht und hast beispielsweise ein Aufwärtspotenzial von 5% prognostiziert. Du kaufst nun die Aktie direkt und verkaufst sofort den Call mit einem Strike-Preis 5% oberhalb des Kaufpreises. Auch hier wählst du die Laufzeit zwischen 30 und 45 Tagen. Auch hier, um eine entsprechende Prämieneinnahme zu gewährleisten und der Aktie genug zeitlichen Raum einzuräumen, die Bewegung zu realisieren. Du zielst also auf den Kursgewinn von 5% ab und hast durch die Prämie eine zusätzliche Einnahme durch die Optionsprämie. Eine mögliche Dividende ist hier nebensächlich &#8211; die reine, moderate Kursbewegung steht im Vordergrund. Und moderat ist hier auch das Zauberwort. Wenn die Aktie um 10%, 20% oder mehr explodiert, wäre die Strategie nicht optimal. Ein reiner Aktienkauf würde mehr Gewinnpotenzial freisetzen.</p>



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<p class="kt-adv-heading488_41db62-fc wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading488_41db62-fc">Quelle: <a href="http://barchart.com" data-type="link" data-id="barchart.com" target="_blank" rel="noopener">Barchart.com</a>, Stand 15.05.2026<br>Optionskette der Apple Inc. für die Laufzeit 18.06.2026 mit ATM-Optionen. Kurs Apple Inc: 300,23$</p>



<p class="kt-adv-heading488_ed1eb4-78 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading488_ed1eb4-78">Kommen wir nun zu einem konkreten Beispiel. Wir schauen uns hierzu die Optionskette mit Verfallsdatum des 18.06.2026 an. Dies entspricht beim Verfassen des Artikels 33 Tagen Restlaufzeit. Es ist der monatliche Standardverfall am dritten Freitag des Monats. Aber nach welchen Gesichtspunkten wählen wir jetzt einen Call aus? Wenn wir uns den Verlauf der Apple-Aktie ansehen, wird schnell klar, dass wir uns an keinen vergangenen Widerständen orientieren können – die Aktie notiert am Allzeithoch. Somit müssen wir prüfen, ob die zweite Variante eine Möglichkeit darstellen könnte. Also dem Verkauf einer nahe am Geld liegenden Option, sofern die Aktie selbst überverkauft ist. Mittels des Indikators <em>Relative Stärke Index</em> können wir feststellen, dass dieser weit im überkauften Bereich ist. Noch dazu weist der Chart auf eine gewisse Schwäche im Momentum hin. Wir entschließen uns also, einen 315$ Call mit den erwähnten 33 Tagen Restlaufzeit zu verkaufen. 315$ gibt uns noch etwas Raum für mögliche Fehler und eine Chance, beim weiteren Anstiegen der Apple-Aktie weitere rund 1.500$ Aktiengewinn zusätzlich zur Prämie einzustreichen, da Apple per 15.05.2026 bei rund 300$ notiert. Für den verkauften Call erhalten wir vor Gebühren 3,35$. Das entspricht, multipliziert mit dem Kontraktwert von 100, 335$. Diese dürfen wir in jedem Falle behalten, unabhängig davon, wie sich die Aktie entwickelt. Steigt diese tatsächlich auf 315$ oder höher, streichen wir einen Gewinn von rund 1.835$ ein (1.500$ Aktiengewinn und 335$ Optionsprämie).</p>



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  <div class="ow-title">Covered Call – Payoff bei Verfall</div>
  <div class="ow-sub">Beispiel: 100 XYZ @ 180 $ · Strike 185 $ · Prämie 1,50 $ (150 $)</div>
  <canvas id="cc" width="640" height="320" role="img" aria-label="Payoff-Diagramm Covered Call: Max. Gewinn 650 $ ab Strike 185 $">Covered Call Payoff: Max. Gewinn 650 $ ab Strike 185 $.</canvas>
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const prices = [];
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  const stockPL = (p - purchase) * qty;
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const ctx = document.getElementById('cc').getContext('2d');

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  plugins: [{
    id: 'ow-lines',
    afterDraw(chart) {
      const { ctx, scales: { x, y } } = chart;
      const area = chart.chartArea;

      const strikeIdx = prices.indexOf(strike);
      const xStrike   = x.getPixelForValue(strikeIdx);
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      const yLabelRow = y.getPixelForValue(950);

      // Zero-Linie
      ctx.save();
      ctx.strokeStyle = '#333333';
      ctx.lineWidth = 1;
      ctx.setLineDash([4, 4]);
      ctx.beginPath();
      ctx.moveTo(area.left, yZero);
      ctx.lineTo(area.right, yZero);
      ctx.stroke();
      ctx.setLineDash([]);

      // Strike-Linie vertikal
      ctx.strokeStyle = '#C9A050';
      ctx.lineWidth = 1.5;
      ctx.setLineDash([5, 4]);
      ctx.beginPath();
      ctx.moveTo(xStrike, area.top);
      ctx.lineTo(xStrike, area.bottom);
      ctx.stroke();
      ctx.setLineDash([]);

      ctx.restore();

      // Strike-Label
      ctx.save();
      ctx.font = '600 10px Montserrat, sans-serif';
      ctx.fillStyle = '#C9A050';
      ctx.textAlign = 'left';
      ctx.fillText('Strike 185 $', xStrike + 6, yLabelRow);
      ctx.restore();

      // Max-Gewinn-Label
      ctx.save();
      ctx.font = '600 10px Montserrat, sans-serif';
      ctx.fillStyle = '#333';
      ctx.textAlign = 'left';
      ctx.fillText('Max. Gewinn: +650 $', xStrike + 90, yLabelRow);
      ctx.restore();
    }
  }]
});
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<p class="kt-adv-heading488_9b96d0-91 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading488_9b96d0-91">Payoff-Diagramm eines Covered Calls</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Warum funktioniert es? </strong></h2>



<p class="kt-adv-heading488_7baad6-72 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading488_7baad6-72">Wir haben jetzt gelernt, wie man einen Covered Call schreibt und welche Methodiken du anwenden kannst, um geeignete Titel zu finden. Aber wieso funktioniert die Strategie grundsätzlich und ist derart beliebt, dass es sogar ETFs gibt (US-Ticker: <a href="https://de.finance.yahoo.com/quote/IVVW/" data-type="link" data-id="https://de.finance.yahoo.com/quote/IVVW/" target="_blank" rel="noopener">IVVW</a>), die diese Strategie mechanisch immer wieder umsetzen? Ganz einfach: Wie wir bereits in<a href="https://optionswerk.de/grundlagen/optionspreis-berechnen/" data-type="post" data-id="414"> “Was ist eine Option wert?”</a> gelernt haben, besteht eine Call-Option, wenn sie aus dem Geld verkauft wird, lediglich aus Zeitwert. Dieser wird sukzessive bis zum Ende der Optionslaufzeit abgebaut. Noch dazu nimmt der Zeitwertverfall in den letzten 30 Tagen vor Verfall zu und beschleunigt sich nach und nach. Somit haben wir einen gewissen Sweet Spot bei den Laufzeiten.<br><br>Außerdem wissen wir bereits, dass die implizite Volatilität den Optionspreis wesentlich beeinflusst. Je höher der Absicherungsbedarf ist, desto höher ist auch die implizite Volatilität. Und folgerichtig auch der Optionspreis. Aber wir befinden uns bei den Calls im Bereich steigender Kurserwartungen. Wer möchte sich ernsthaft gegen steigende Kurse absichern? Daran dürfte bei Aktien niemand Interesse haben, oder? Grundsätzlich stimmt es, dass der Absicherungsbedarf bei fallenden Kursen besteht. So versuchen Versicherungen, Rentenanstalten etc. ihre Portfolios gegen Wertverfall abzusichern. Also haben wir dieses Phänomen auf der Call-Seite nicht? Doch, aber aus anderen Gründen. Gerade Apple ist hier ein gutes Beispiel. Apple befindet sich derzeit am Allzeithoch. Hierbei steigt der Absicherungsbedarf aus anderen Gründen an. So werden viele Calls gekauft, um auf weitere steigende Kurse zu spekulieren. Außerdem nutzen Market-Maker nahe am Geld liegende Call-Optionen, um ihr Risiko zu neutralisieren. Und zu guter Letzt kumuliert dieses Phänomen bei Hochmomentum-Aktien so sehr, dass mehr Absicherungen auf der Oberseite gekauft werden als auf der Unterseite. Allein dadurch, dass mehr “Angst” besteht, potenzielle Kursgewinne zu verpassen, als Kursverluste.<br><br>Somit lässt sich zusammenfassen, dass in jedem Falle der Zeitwertverfall für uns arbeitet, besonders zum Ende des Optionslebens. Befinden wir uns dann noch an einem Allzeithoch oder handelt es sich um eine Hochmomentum-Aktie wie in der Vergangenheit Nvidia oder Palantir, kommt noch eine höhere implizite Volatilität hinzu, die den Optionspreis zusätzlich verteuert. Genau das, was wir als Verkäufer von Optionen möchten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Strike &amp; Laufzeit</strong></h2>



<p class="kt-adv-heading488_03fa6e-a3 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading488_03fa6e-a3">Die Auswahl der Call-Option, die wir verkaufen wollen, haben wir ja bereits am Beispiel Apple veranschaulicht. Aber wie kann man eine generelle Regel daraus ableiten?<br>Grundsätzlich sollte die Option bereits aus dem Geld sein &#8211; nicht direkt am Geld. Das ermöglicht es, zusätzlich zu der Optionsprämie noch weitere Kursgewinne im Basiswert zu erzielen. Als grobe Orientierung kann dort, wie gesagt, ein bestehender Widerstand im Kurschart dienen, sofern vorhanden. Der Strike wird etwas darüber gewählt. Alternativ lässt sich auch die Methodik anwenden, die wir am konkreten Beispiel der Apple-Aktie angewandt haben. Konkrete frühere Widerstände gibt es am Allzeithoch nicht. Dennoch ist die Aktie überkauft und wir können Strikes suchen, die uns entgegenkommen und somit den größten subjektiven Nutzen bieten.<br>Dies ist nämlich das Wichtigste daran – und das bei beiden Varianten. Bin ich bereit die Aktie zum gewählten Strike abzugeben? Falls nicht, muss ich einen weiter entfernten Strike suchen und muss im nächsten Schritt prüfen, ob die dann erzielte Prämie mir noch ausreicht. Als Faustformel kann ein <em>Delta </em>zwischen 20 und 30 einen guten Mittelweg abbilden. Das Thema <em>Delta</em> werden wir im nächsten Grundlagenartikel über <em>die Griechen</em> im Detail besprechen.<br>Die Laufzeit sollte zwischen 30 und 45 Tagen gewählt werden. Dies garantiert eine gewisse Balance zwischen erhaltener Prämie, sich beschleunigendem Zeitwertverfall und gewisser Planungssicherheit über die nahe Zukunft. So können wir vorab abschätzen, wann Quartalszahlen veröffentlicht werden, Dividenden gezahlt werden oder sonstige wichtige Termine stattfinden.In meiner Einleitung hatte ich erwähnt, dass ich anfangs Covered Calls auf Dividendenaristokraten geschrieben habe. Bereits in dem Grundlagenartikel “Was ist eine Option?“ haben wir den Unterschied zwischen amerikanischen und europäischen Optionen behandelt. Beim Covered Call beziehen wir uns immer auf Aktien oder ETFs und handeln somit Optionen amerikanischer Art. Der Käufer der Option kann vom Verkäufer, also dem Schreiber eines Covered Calls, die sofortige Ausführung auch vor Ende der Optionslaufzeit verlangen. Aber welchen Grund hätte er in Bezug auf Dividenaristokraten oder andere dividendenzahlende Aktien, die eine Dividende zahlen? Schlichtweg die Dividende selbst! Vereinfacht gesagt kann es sein, dass der Käufer die Option ausübt, wenn er weniger Prämie für die Option gezahlt hat, als er an Dividende und Kursgewinn bis zum Strikepreis erwarten kann. Deshalb kann es ratsam sein, vorab den Dividendenplan zu studieren, um keine böse Überraschung zu erleben. Entweder werden in dem Moment keine Optionen geschrieben, die nahe am Stichtag zur Dividendenzahlung liegen, oder man schreibt bewusst längere Laufzeiten als die 30 bis 45 Tage.<br>Grundsätzlich ist aber das Risiko des sogenannten <em>Early Assignments </em>je höher, je näher ich mich am Geld befinde.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Risiken</strong></h2>



<p class="kt-adv-heading488_0508a6-04 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading488_0508a6-04">Wir haben die Strategie nun umfassend besprochen. Wo bestehen die grundsätzlichen Risiken der Strategie? Sie ist ja, wie der Name bereits verspricht, covered, also gedeckt.Kommen wir zunächst zu den subjektiven Risiken. Am wenigsten problematisch ist tatsächlich die Andienung der Aktien an den Käufer der Option – egal ob frühzeitig oder am Ende der Optionslaufzeit. Subjektiv deshalb, weil es kein richtiges Risiko ist. Der Aktienbestand deckt das Andienungsrisiko durch die verkaufte Option. Dennoch kann es schmerzhaft sein, die Aktien abgeben zu müssen. Genau dies ist mir ja mit HP und AT&amp;T passiert. Ich wollte Prämien <strong>und </strong>Dividenden einstreichen. Und nicht die Prämien und den Aktienbestand sofort abgeben müssen. Daher muss man sich auf diese Eventualität von Beginn an einstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Daneben gibt es noch das Opportunitätsrisiko stark steigender Aktien. Sobald der Kursgewinn größer ist als der eingestrichene Aktienkursgewinn und die Optionsprämie, wäre das reine Aktieninvestment lukrativer gewesen. Das ist definitiv ein Risiko, aber auch eines, das vorher schwer bewertet werden kann. Wer weiß schon genau, wie schnell und stark eine Aktie steigen wird.</p>



<div class="wp-block-kadence-column kadence-column488_9bacd8-e4"><div class="kt-inside-inner-col"><div class="kb-row-layout-wrap kb-row-layout-id488_5235ac-88 alignnone wp-block-kadence-rowlayout"><div class="kt-row-column-wrap kt-has-2-columns kt-row-layout-left-golden kt-tab-layout-inherit kt-mobile-layout-row kt-row-valign-top">

<div class="wp-block-kadence-column kadence-column488_6c1c62-d7"><div class="kt-inside-inner-col">
<p class="kt-adv-heading488_e384bc-2a wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading488_e384bc-2a">Kommen wir nun aber zum wirklichen Risiko der Strategie – der Aktie selbst. Diese kann theoretisch bis auf 0$ fallen. Denken wir an die 335-Dollar-Prämie aus der Apple-Option aus unserem Beispiel. Das entspricht einem Schutz gegen Kursrückgänge in der Apple-Aktie von exakt 3,35$ oder 1,12%. Fällt die Aktie weiter, mache ich unter Garantie einen Verlust in der kombinierten Position. Daher muss ich mir vorab Gedanken machen, bis zu welchem Punkt ich Verluste im Basiswert aushalten kann oder möchte. Handelt es sich um ein langfristiges Investment, kann der Verlustpuffer großzügiger ausfallen. Habe ich die Position nur als Spekulation aufgebaut, sollten Verluste schnell gedeckt werden.</p>
</div></div>



<div class="wp-block-kadence-column kadence-column488_ce1004-79"><div class="kt-inside-inner-col">
<div class="wp-block-kadence-infobox kt-info-box488_7be6a4-f6"><span class="kt-blocks-info-box-link-wrap info-box-link kt-blocks-info-box-media-align-top kt-info-halign-center"><div class="kt-blocks-info-box-media-container"><div class="kt-blocks-info-box-media kt-info-media-animate-none"><div class="kadence-info-box-icon-container kt-info-icon-animate-none"><div class="kadence-info-box-icon-inner-container"><span class="kb-svg-icon-wrap kb-svg-icon-fe_aperture kt-info-svg-icon"><svg viewBox="0 0 24 24"  fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"  aria-hidden="true"><circle cx="12" cy="12" r="10"/><line x1="14.31" y1="8" x2="20.05" y2="17.94"/><line x1="9.69" y1="8" x2="21.17" y2="8"/><line x1="7.38" y1="12" x2="13.12" y2="2.06"/><line x1="9.69" y1="16" x2="3.95" y2="6.06"/><line x1="14.31" y1="16" x2="2.83" y2="16"/><line x1="16.62" y1="12" x2="10.88" y2="21.94"/></svg></span></div></div></div></div><div class="kt-infobox-textcontent"><h2 class="kt-blocks-info-box-title">Exkurs<br>Verlustverrechnung in Deutschland:</h2><p class="kt-blocks-info-box-text">Im deutschen Steuerrecht werden Aktien und Optionen unterschiedlichen Verlustverrechnungstöpfen zugerechnet. So ist eine Verrechnung von Aktienverlusten mit Gewinnen aus Optionsgeschäften unmöglich. Daher besteht die theoretische und praktische Möglichkeit der Steuerpflicht, wenn Verluste mit dem Basiswert gemacht wurden und die Option im Gewinn verkauft wurde oder ausgelaufen ist.*</p></div></span></div>
</div></div>

</div></div></div></div>



<p class="has-text-color has-link-color wp-elements-28f366ebb09ca7d89d5c4737eecabbc3 wp-block-paragraph" style="color:#999999;font-size:15px">*Dieser Exkurs stellt keine Steuerberatung dar und dient lediglich der Information. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Gewähr übernommen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Covered Call vs. Cash Secured Put</strong></h2>



<p class="kt-adv-heading488_4b199e-c6 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading488_4b199e-c6">Sowohl der Covered Call als auch der Cash Secured Put sind Stillhalter-Strategien. Sie unterscheiden sich in der Optionsart sowie in der Verpflichtung, die eingegangen wird. So verpflichtet der Call zur Lieferung der zugrunde liegenden Aktien. Bei dem Put verpflichte ich mich hingegen, die Aktien anzunehmen. Cash Secured ist die Strategie, wenn ich den Gegenwert des Aktienpakets vollständig in Bargeld vorhalte. Bei einer Apple-Aktie mit einem Strikepreis von 300$ würde dies exakt 30.000$ entsprechen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"></p>
</blockquote>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>Ein Call ist ein Put und ein Put ist ein Call</p></blockquote></figure>



<p class="kt-adv-heading488_ea97eb-73 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading488_ea97eb-73">Was beiden aber gemein ist, ist das Risikoprofil. Der Gewinn auf der Oberseite ist begrenzt und liegt auf der Unterseite in der Entwicklung der Aktie selbst. Somit ist die obenstehende Abbildung zum Gewinn- und Verlustprofil bei beiden Strategien absolut identisch und zeigt den Kern des Zitats.<br><br>Mit der sogenannten Wheel-Strategie werden beide Strategien in Abfolge gehandelt, um konstanten Cashflow zu generieren. Wie genau das funktioniert, werden wir im Detail in einer Artikelserie beleuchten.</p>



<div class="wp-block-kadence-column kadence-column488_65b18d-65"><div class="kt-inside-inner-col">
<h2 class="wp-block-heading">FAQ</h2>


<div id="rank-math-faq" class="rank-math-block">
<div class="rank-math-list ">
<div id="faq-question-1782935502007" class="rank-math-list-item">
<h3 class="rank-math-question ">Warum heißt es Covered Call?</h3>
<div class="rank-math-answer ">

<p>Der Begriff Covered Call rührt daher, dass das eigentliche Risikoprofil des Short Calls, das unbegrenzten Verlust aufweist, gedeckelt ist. Dies wird durch ein Aktienpaket von 100 Stück pro verkauftem Short Call gewährleistet.</p>

</div>
</div>
<div id="faq-question-1782935635551" class="rank-math-list-item">
<h3 class="rank-math-question ">Muss ich die Aktien bereits besitzen, wenn ich die Position eingehe?</h3>
<div class="rank-math-answer ">

<p>Grundsätzlich ja. Allerdings bieten viele Broker kombinierte Ordermöglichkeiten an, sodass die Aktie zeitgleich mit der verkauften Option eingegangen wird.</p>

</div>
</div>
<div id="faq-question-1782935732396" class="rank-math-list-item">
<h3 class="rank-math-question ">Sind Covered Calls reinen Aktieninvestments überlegen?</h3>
<div class="rank-math-answer ">

<p>Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Übersteigt der Kursanstieg der Aktie aber die eingenommene Prämie plus den zugrunde liegenden Basispreis, wäre ein Direktinvestment in die Aktie lohnender gewesen.</p>

</div>
</div>
<div id="faq-question-1782936063876" class="rank-math-list-item">
<h3 class="rank-math-question ">Worin liegt das konkrete Risiko der Strategie?</h3>
<div class="rank-math-answer ">

<p>Tatsächlich ist nicht die Option selbst beim Covered Call risikobehaftet. Die Gefahr besteht darin, dass die Aktie mehr fällt, als ich Prämie durch den Optionsverkauf vereinnahmt habe.</p>

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</div></div></div>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fazit</strong></h2>



<p class="kt-adv-heading488_e863ba-12 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading488_e863ba-12">Der Covered Call ist vor allem eins. Eine wiederholbare, solide Strategie. Keine Jackpotstrategie, falls unwahrscheinliche Ereignisse eintreten. Lediglich beständiger Cashflow. Dennoch ist die Auswahl des Basiswertes unerlässlich, da dort das Risiko liegt. Deshalb macht es Sinn, die Strategie auf Titel anzuwenden, die du ohnehin erwerben würdest. Bei Hochmomentum-Aktien könnte das Direktinvestment aufgrund der unbegrenzten Gewinnmöglichkeiten lukrativer sein.&nbsp; Sobald die implizite Volatilität attraktiv ist, lohnt sich der Verkauf des Calls, sodass du von einer hohen Optionsprämie und vielleicht auch einer attraktiven Dividende profitieren kannst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Hast du bereits Covered Calls gehandelt und wenn ja, nach welchen Gesichtspunkten legst du deinen Strike fest?</p>



<div class="wp-block-kadence-advancedbtn kb-buttons-wrap kb-btns488_ca9ec3-be"><a class="kb-button kt-button button kb-btn488_d90a9e-08 kt-btn-size-standard kt-btn-width-type-auto kb-btn-global-fill kt-btn-has-text-true kt-btn-has-svg-false wp-block-kadence-singlebtn" href="https://optionswerk.de/blog/"><span class="kt-btn-inner-text">Zurück zum Blog</span></a></div>



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       <strong style="color:#333333;">Über Torben</strong><br>
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         Gelernter Bankkaufmann, geprüfter Bankfachwirt (IHK) und seit 2018 aktiver Optionshändler.
         Torben teilt auf OptionsWerk seine Strategien, Trades und Learnings – ohne Kurs, ohne Paywall.
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