Cash Secured Put – 101: Prämie kassieren, während du auf eine Aktie wartest
Du erinnerst dich vielleicht an meinen allerersten Blogartikel “Optionsscheine vs. Optionen”, oder? Dann ist dir sicherlich auch noch geläufig, dass der Stillhalter einer Option praktisch die Rolle einer Versicherungsgesellschaft einnimmt. Er kassiert Prämien, um eine dritte Partei gegen bestimmte Ereignisse abzusichern.
Ich persönlich begann mit dem Handel von Cash Secured Puts mithilfe der David-Fish-Liste. Dies ist eine hervorragende Datenbank für die sogenannten Dividenden-Aristokraten des amerikanischen Aktienmarkts – Aktien, die jahrzehntelang die Dividende nicht gekürzt haben. Die zugrunde liegende Idee war es, einen zweifachen Zahlungsstrom zu generieren: einen über die Optionsprämie, den anderen nach Andienung der Aktien über die Quartalsdividende. In dem konkreten Falle handelte es sich um AT&T, die zu dem Zeitpunkt bei rund 10$ gehandelt wurde. Also durchaus machbar, wenn man nur über ein kleines Depot verfügt.
Außerdem hält der US-ETF-Markt einige Spezial-ETFs bereit, die sich durch eine sehr hohe Ausschüttungsrendite auszeichnen. Allerdings ist seit der Umsetzung der MIFID-2 der Direktkauf für EU-Bürger verboten, da es unter anderem keinen Verkaufsprospekt in Landessprache gibt. Durch die Andienung mittels Cash Secured Puts besteht aber ein alternativer Weg des Erwerbs.
Grundsätzlich haben beide Beispiele den gleichen Hintergedanken. Den Erwerb von Aktien bzw. ETFs, um sie zu halten. Die Andienung ist hier nicht das Risiko, sondern das Ziel.
Der Break-Even-Punkt der Strategie ist dein gewählter Strikepreis abzüglich der erhaltenen Prämie.
Was ist ein Cash Secured Put?
Aber fangen wir ganz vorne an. Ich habe ja bereits mit Fachbegriffen wie Andienung um mich geworfen.
Der Cash Secured Put als Strategie ist nichts anderes als ein Short Put – allerdings hast du den Kontraktwert vollständig frei verfügbar in deinem Depot eingezahlt. Daher eignet sich die Strategie auch für sogenannte Cash-Konten, die keinerlei Strategien mit unbegrenztem Risiko erlauben. Gehen wir als Beispiel einfach mal von der Apple-Aktie (AAPL) aus. Diese handelt heute am 01.07., wo ich diesen Artikel schreibe, bei rund 295$. Somit müsstest du entsprechend dem Kontraktwert von 100 Aktien Bargeld in Summe von 29.500$ vorhalten, damit es sich um einen Cash Secured Put handelt.
Für den Fall, dass der Käufer deiner Option es wünscht, bist du verpflichtet, die Aktie zum Basispreis abzukaufen – unabhängig davon, ob sich die Option im Geld befindet oder nicht. Mit dem Verkauf des Cash Secured Puts erhältst du die Prämie, die dir in jedem Falle zusteht – egal, ob die Aktien am Ende der Optionslaufzeit angedient werden oder nicht.
Da die Strategie ein Bewusstsein dafür schafft, dass der Kontraktwert direkt bar hinterlegt werden muss, ist diese sehr nah am Direktinvestment in Aktien zu sehen. Man lässt sich nur vorweg dafür bezahlen, die Aktien zu kaufen. Daher ist es eine sehr anfängerfreundliche Strategie, die leicht verständlich und erlernbar ist.
Um auf die Andienung aus der Einführung zurückzukommen. Dabei handelt es sich um die möglicherweise vorzeitige Ausübung der Option, sodass dir 100 Aktien pro Optionskontrakt ins Depot gebucht werden. Bei Laufzeitende geschieht das allerdings automatisch, sofern der Aktienkurs unterhalb des Ausübungskurses liegt. Die Andienung kann dabei deine implizite Absicht sein. Ist sie das nicht, und spekulierst du darauf, dass der Aktienkurs oberhalb des Strikepreises bleiben wird, handelst du eine risikoaversere Short-Put-Strategie.
Early Assignment
Alle Aktienoptionen, egal ob amerikanische, europäische oder asiatische, sind Optionen amerikanischer Art. Der Käufer dieser Optionen hat jederzeit die Möglichkeit, die Ausübung zu verlangen. In diesem konkreten Falle würdest du, wie bereits beschrieben, dein 100 Aktien umfassendes Paket ins Depot geliefert bekommen.
Grundsätzlich ist die vorzeitige Ausübung bei Short Puts sehr selten, da der Käufer der Option dadurch unter Umständen nicht seinen maximalen Gewinn realisieren kann. Seine Optionen enthalten bei vorzeitiger Ausübung noch einen Zeitwert, der bei Ausübung wertlos ausgebucht wird.
Weshalb kann es trotzdem passieren? Gerade Aktien, die extrem stark im Preis gefallen sind, sind davon betroffen. Der innere Wert der Option ist durch den starken Abverkauf deutlich angestiegen und macht ein Vielfaches des Zeitwertes aus. Der Optionskäufer hat einen großen Gewinn eingefahren und möchte ihn sichern – auch wenn er damit den verbleibenden Zeitwert verliert.
Du als Stillhalter kannst nicht früh genug reagieren – es gibt keine Benachrichtigung, dass die Ausübung dich selbst treffen könnte. Die Ausübung wird durch die Clearingstelle, die Options Clearing Corporation, nach Börsenschluss unter allen Stillhaltern der betreffenden Option ausgelost. Und sobald du am nächsten Tag dein Depot öffnest, siehst du eine Aktienposition von 100 Stück anstatt deines Cash Secured Puts.
Was kannst du im Anschluss tun? Das hängt davon ab, ob du die Andienung wolltest oder darauf gesetzt hast, dass der Kurs der Aktie oberhalb des Basispreises bleibt. Im ersten Falle – Glückwunsch! Du hast die Aktien, die du zu dem von dir gewählten Preis haben wolltest. Und falls nicht, verkaufst du die Aktien direkt nach Börseneröffnung am Markt.
Mit der Andienung möchte dir niemand etwas Böses antun – es ist die vertragliche Verpflichtung, die du mit dem Cash Secured Put eingegangen bist.
Mechanik am Beispiel der Apple-Aktie (AAPL)
Nehmen wir Apple Inc. als Beispiel. Ein etabliertes Unternehmen mit bestehenden, erfolgreichen Produkten. Die Firma ist längst der Phase eines spekulativen Investments entwachsen – anders als Firmen, die sehr stark davon getrieben sind, welche Nachrichten und Analysen gerade kursieren, da sie nur Produkte angekündigt haben, nicht aber verkaufen.
Das macht eine fundamentale Analyse von AAPL besonders einfach. Die Quartalszahlen und Jahresabschlüsse sind valide und konstant. Werte lassen sich leicht mit der Vergangenheit in Bezug setzen und periodisch vergleichen. Also stellt sich dir die folgende Frage:
Bei welchem Kurs fändest du die Apple-Aktie attraktiv, um sie zu kaufen? Die Antwort auf die Frage bestimmt nämlich deine Strike-Auswahl – du willst den Cash Secured Put genau dort schreiben.
Aktuell handelt die Aktie bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von ca. 36. Nun könntest du sagen, dass du persönlich die Aktie bei einem KGV von 30 attraktiv fändest. Bei einem derzeitigen Gewinn pro Aktie (rollende 12 Monate) von 8,27$ entspräche das einem Kurs von rund 248$.
Das identische Vorgehen kannst du bei Dividendenaktien nutzen. Wenn die Dividendenrendite exemplarisch bei 3 % p.a. liegt, du aber mindestens 3,5 % wünschst, nimmst du die entsprechende Berechnung vor. Du teilst die absolute Dividende durch die Zieldividende von 3,5%. Und das Ergebnis ist dein Ziel-Strike. Um die Fundamentaldaten bei amerikanischen Aktien zu überprüfen, kann ich besonders FinViz empfehlen. Trotz der englischen Sprache bietet die Webseite aggregiert sehr guten Inhalt.
Der Strike bei dieser Herangehensweise ist nicht pauschal maximal weit vom aktuellen Kurs entfernt – du hast deinen Wunschpreis, zu dem du die Aktie mit Kusshand nehmen würdest.
Bleiben wir beim Beispiel von Apple mit einem KGV von 30 – also einem Zielpreis von 248$. Klassischerweise wählst du dazu eine Restlaufzeit des Cash Secured Puts von 30 bis 45 Tagen. Das bietet dir einen guten Kompromiss zwischen absoluter Prämieneinnahme und beschleunigtem Zeitwertverfall. Der Optionsverfall vom 07.08.2026 ist per heute 37 Tage entfernt – also genau der Zielkorridor. Kommen wir nun zu einem kleinen Problem: Es gibt keinen Strikepreis von 248$. Die Optionen handeln in 5$-Inkrementen aufgrund der absoluten Höhe des Aktienkurses – Aktien mit niedrigem Preis haben Inkremente von 2,5$ oder 1$. Dies haben wir thematisch auch bereits in “Was ist eine Option?” beleuchtet.
Aber zurück zu unserem Problem. Wir haben also die Wahl zwischen dem 245$ Strikepreis und dem 250$ Strikepreis. Wenn wir uns sklavisch an unsere Vorgabe halten, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis maximal 30 betragen darf, sind 245$ die richtige Wahl.
Somit verkaufen wir den 245$ Short Put auf AAPL mit einer Restlaufzeit von 37 Tagen und erhalten eine Prämie von 0,62$ pro Aktie – also in Bezug auf 100 Aktien pro Optionskontrakt 62$ vor Gebühren. Und da dir die Prämie in jedem Falle zusteht, sinkt der Einstandskurs pro Aktie um die erhaltenen 62 Cent und beträgt dann bei Andienung entsprechend 244,38$.
Drei Szenarien bei Verfall
Nachdem wir die AAPL-Option geschrieben haben, gibt es 3 mögliche Szenarien, wie der Trade ausgehen könnte. Das untenstehende Schaubild greift diese Szenarien zusammenfassend auf:
Situation am 07.08.2026 nach Börsenschluss:
- 1) AAPL schließt oberhalb von 245$: Dein verkaufter Cash Secured Put endet nicht im Geld und verfällt wertlos. Du erhältst die Prämie und hast die Aktie nicht erhalten. Folglich kannst du den Trade wiederholen.
- 2) AAPL schließt bei 244,80$: Der Trade endet knapp unterhalb von deinem Strike von 245$ und ist somit im Geld. Du wirst mit 100 AAPL-Aktien angedient. Effektiv bist du mit deiner Aktienposition bereits im Gewinn, da die erhaltene Prämie den Einstandskurs auf 244,38$ abgesenkt hat.
- 3) AAPL schließt bei 244 oder tiefer: Die Situation ist ähnlich wie in 2). Du wurdest angedient – allerdings reicht die erhaltene Prämie nicht aus, damit die erhaltene Aktienposition einen Gewinn aufweist. Nichtsdestotrotz hast du Apple zu einem Kurs erhalten, den du selbst für fundamental gerechtfertigt hieltest. Die Frage, ob der dann vorherrschende Kurs für dich passt, musst du individuell entscheiden. Möglicherweise hat sich die Nachrichtenlage überholt und es stehen weitere sinkende Werte ins Haus.
Abbildung 1: Drei mögliche Szenarien bei Laufzeitende des AAPL-Cash Secured Puts.
Warum ich den Cash Secured Put mag – und wann ich ihn einsetze
Du könntest jetzt natürlich die Frage stellen, warum man die Aktie nicht einfach kauft, wenn sie auf ein Niveau unterhalb von 248$ fällt. Die kurze Antwort ist Zeit. Weder du noch ich wissen, wann sie das nächste Mal bei 248$ handeln wird. Also können wir diese Zeit sinnvoll nutzen und damit Geld verdienen, während wir warten. Man kann es wie eine vorgezogene Dividende betrachten, ohne die Aktie bereits im Depot zu haben. Dieser Warteprozess kann Wochen, vielleicht Monate dauern. Enttäuschend ist es aber keinesfalls, sondern im Gegenteil.
Es kann aber durchaus sein, dass du eine spezielle Aktie besitzen möchtest. Ohne eine Berechnung passender Fundamentaldaten vornehmen zu müssen. Die einzige Voraussetzung ist der klare Wunsch, die betreffende Aktie zu besitzen.
In dem Falle würde ich auch wieder eine Laufzeit zwischen 30 und 45 Tagen wählen, den Strikepreis aber leicht out-of-the-money bei einem Delta zwischen 20 und 30 setzen. Somit hast du einen doppelten Sweet-Spot. Einmal durch eine vorteilhafte Laufzeit und auf der anderen Seite eine attraktive Vergütung durch das Delta.
Einen zusätzlichen Benefit kann ein kleiner Rücksetzer des Aktienkurses zum Zeitpunkt des Optionsverkaufs in Form höherer Prämien haben. Wie bereits im Artikel “Optionspreis berechnen” beleuchtet wurde, steigt bei Aktienoptionen die implizite Volatilität an, da der Absicherungsbedarf bei rückläufigen Kursen zunimmt. Und dadurch steigen auch die Optionspreise und bieten eine attraktive Zusatzeinnahme.
Was ich aber ausdrücklich nicht empfehlen kann, ist das Schreiben von Cash Secured Puts auf Aktien, die du nicht zweifelsfrei besitzen und möglicherweise lange halten möchtest. Das Schreiben von Cash Secured Puts, nur des Trades willen, lohnt sich auf lange Sicht nicht.
Das Risiko – ehrlich benannt
Kommen wir zum unangenehmen Teil der Strategie – dem Risiko. Verklausuliert habe ich es bereits zum Ende des letzten Kapitels angesprochen. Wie auch beim Covered Call liegt das Risiko beim Cash Secured Put nicht in der Option selbst, sondern im Basiswert.
Und somit liegt die Gefahr darin, dass die Aktie auf Null fällt. Dabei macht es keinerlei Unterschied, ob dies während der Optionslaufzeit oder nach Andienung passiert. Das risikobehaftete Kapital, also der maximale rechnerische Verlust, beträgt in dem Falle den Strikepreis multipliziert mit dem Bezugsverhältnis von 100 abzüglich der erhaltenen Prämie.
Und da die Strategie keinerlei eingebauten Stop Loss enthält, musst du dir im Vorhinein darüber im Klaren sein, ab welchem Zeitpunkt du die Position nicht weiterhalten möchtest. Dies können neue, negative Nachrichten sein, die die Fundamentalbewertung zerstören oder simple Chartmarken, wie das nächste Verlaufstief, das unterschritten wurde.
Ein weiteres Risiko ist die Kapitalbindung. Du fragst dich, warum dies ein Risiko darstellt. Ganz einfach – für den vollen Zeitraum des Trades (Optionslaufzeit plus Haltedauer der Aktie nach Andienung) ist das Kapital gebunden. Du kannst das Kapital theoretisch nicht weiter für andere Tradegelegenheiten verwenden oder Bargeld vom Depot auszahlen. Theoretisch führe ich an, weil es in einem Margin-Konto durchaus möglich ist, das Kapital zu entnehmen oder fremd zu verwenden. Dadurch steigt aber der Hebel deines Depots und es ist keine kapitalbesicherte Strategie mehr.
Als letztes Risiko muss man auch ganz klar das Opportunitätsrisiko anführen. Wenn die Aktie stark steigt, ist der entgangene Gewinn des Direktkaufs der Aktie wesentlich höher als die erhaltene Prämie. Noch dazu kann eine schnell steigende Aktie dazu führen, dass ich versucht bin, den Strike immer weiter nach oben hin anzupassen, um eine Andienung zu erhalten. Und am Ende werde ich zu einem Preis angedient, der vielleicht nicht mehr meinem Wunsch entspricht. Ich empfehle dir in einem solchen Falle lieber, eine andere Aktie ausfindig zu machen, die sich nicht gerade stark verteuert hat.
Die physische Komponente
Kommen wir auf eine weitere Herausforderung zu sprechen, die implizit in der Strategie enthalten ist. Damit die Andienung erfolgen konnte, musste die Aktie mitunter ein weites Stück fallen. Das Chartbild sieht möglicherweise ganz anders aus als beim Verkauf des Cash Secured Puts. Man erhält also zum Laufzeitende die Aktien und sitzt auf einem Buchverlust wie in Szenario 3) aus Kapitel 3. Das Risiko ist nicht abstrakt und man muss sich bewusst werden, dass dies zur Strategie gehört. Bei meinen ersten Cash Secured Puts wusste ich das auf dem Papier. Die verlustbehafteten Aktien im Depot vorzufinden war dann aber psychologisch nochmal ganz anders.
Daher solltest du dir vorher bereits über den Ausstieg im Klaren sein. Bis zu welchem Punkt steigst du spätestens aus? Wie lange willst du die Aktie grundsätzlich halten oder direkt nach Andienung Covered Calls schreiben, um die Aktien schnellstmöglich verkaufen zu können? Wenn du innerlich noch keine Antwort auf diese Fragen gefunden hast und dich dann mit einem unerwarteten Verlust konfrontiert siehst, triffst du Entscheidungen unter Druck – und die sind selten die beste Lösung.
Falls dir die Covered Calls noch nicht geläufig sind, schaue gerne hier vorbei.
Abbildung 2: Die X-Achse zeigt den Aktienkurs der Apple-Aktie bei Verfall. Die Y-Achse zeigt den Gewinn oder Verlust am Verfallstag an. Das Beispiel bedient sich realen Optionswerten und Kursen vom 02.07.2026.
Cash Secured Put und Covered Call – die natürliche Verbindung
Du erinnerst dich an das Zitat “Ein Call ist ein Put und ein Put ist ein Call” aus dem Artikel “Covered Call erklärt”? Das siehst du exemplarisch am Cash Secured Put und am Covered Call. Das Gewinn- und Verlustprofil ist bei beiden identisch – das Risiko liegt bei beiden nicht in der Option, sondern in der Aktie. Lediglich die Art der Option ist hier der entscheidende Unterschied. Put oder Call an sich macht für das Risikoprofil keinen Unterschied – lediglich die Höhe der Prämie unterscheidet sich. Denn ohne groß auf die sogenannte Skewness der Optionspreise vorzugreifen, ist der Preis einer Put-Option bei Aktien den Preisen einer Call-Option in der Regel überlegen, also höher. Das liegt daran, dass bei Aktien der Absicherungsbedarf vornehmlich an der Unterseite liegt.
Aber diesen vermeintlichen Nachteil können wir für uns nutzen. Nachdem die Aktien angedient worden sind, können wir den Aktienbestand nutzen, um direkt wieder einen Call zu schreiben. Somit haben wir zunächst zum Eingehen der Position einen Cash Secured Put eröffnet, um sie mit dem Covered Call zu schließen. Wir erzielen somit durch beide Optionsstrategien Prämien und haben unter Umständen noch eine Dividendeneinnahme, bevor das Aktienpaket ausgebucht wird.
Diese zusammengesetzte Strategie nennt sich Wheel-Strategie. Der sinnbildliche Kreislauf: Ich schreibe einen Cash Secured Put, lasse mir die Aktien andienen, verkaufe sie mittels Covered Call wieder und beginne von vorn. Dazu plane ich in Zukunft auch einen eigenen Artikel.
FAQ
Ist der Cash Secured Put ein Short Put?
Ja, der Cash Secured Put ist technisch gesehen ein Short Put. Aber dieser Short Put hinterlegt den Kontraktgegenwert voll mit Bargeld.
Was unterscheidet die Strategie dann so massiv vom Short Put?
Das Hauptziel des Cash Secured Puts ist es tatsächlich, die Aktie ansteigen zu lassen. Somit ist es gewünscht, dass die Aktie unter den Strikepreis sinkt, um die Andienung auszulösen.
Ist die Strategie durch die Bargeldhinterlegung risikolos?
Nein, definitiv nicht. Es ist lediglich gleich bei Beginn des Trades bekannt, was der maximale Verlust visuell bedeuten würde. Das Risiko liegt in der Aktie selbst, die bis auf null fallen kann.
Covered Call oder Cash Secured Put?
Das Risikoprofil beider Strategien ist identisch – das Risiko liegt in der zugrunde liegenden Aktie. Allerdings kann man den Cash Secured Put als eine bezahlte Einstiegsstrategie sehen; der Covered Call ist das bezahlte Pendant zum Ausstieg. Führt man beide Strategien zusammen, handelt man die sogenannte Wheel-Strategie.
Fazit
Was ist jetzt dein größter Benefit gegenüber dem Short Put? Du handelst mit dem Cash Secured Put eine kombinierte Strategie. Das Ziel ist es, rabattierte Aktien zu erwerben. Du hast praktisch eine Dividende, bevor deine Aktien im Depot angekommen sind. Und das immer wieder, solange keine Andienung erfolgt ist.
Eignet sich die Strategie für jeden? Sicherlich nicht. Hast du keinerlei Interesse, Aktien eingebucht zu bekommen, ist die Strategie sicherlich nichts für dich und der reine Short Put macht deutlich mehr Sinn – keine Andienungsabsicht. Zusätzlich dazu macht die Strategie keinen Sinn, wenn du dein Kapital flexibel einplanen möchtest, keinerlei Restriktionen in Kauf nehmen möchtest und nicht weißt, wann du welchen Kapitalbetrag benötigst.
Dennoch ist der Cash Secured Put eine hervorragende Möglichkeit, einen Einstieg in die Welt des Optionshandels zu finden, und noch dazu besteht eine direkte Verbindung zum Aktienhandel.